Der Zentralrat der Empörten ist empört

Es gibt aktuell nicht wahnsinnig viel, über das man sich von Herzen freuen darf. Noch weniger sogar, über das man sich vom Verstand aus freuen kann. Da kommt das Urteil des Landgerichts Köln wie gerufen:  Es  überwiege  das  Grundrecht des  Kindes  auf  körperliche  Unversehrtheit  und dies seit höher zu werten als die Grundrechte der  Eltern auf freie Religionsausübung. Das ist ein herber Schlag für den religiösen Wahnsinn, der auch im 3. Jahrtausend nach Geburt des Zimmermanns noch gelebt wird.  Da ist es nur allzu verständlich, dass die Anhänger des Unsinns empört sind, das aber haben sie verdient, denn wer auch heute noch „argumentiert“, dass die Beschneidung von Kleinkindern ja schließlich „seit Jahrtausenden weltweit praktiziert“ wird, dem gehört einfach mal ein kräftiger Schuss vor den Bug gesetzt, der am besten ein Loch reist, welches das Schiff der Idiotie zum Sinken bringt.

 

 

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Land oder kein Land?

Deutsche Politiker sind für viele Dinge bekannt, neben Stammtischpolemik und Aufschwungsbgeblubber gehört auch die kreative Phrasenschöpfung dazu. Spätestens seit zu Guttenbergs „kriegsähnlichen Zuständen“ wissen wir alle, wie man taktvoll, vorsichtig und bedächtig sprechen muss, um etwas auszudrücken, was eigentlich jeder weiß, was eigentlich jeder ganz klar benennen kann und es auch so benannt haben möchte, was aber (noch) nicht als solches benannt werden darf. Thomas de Maizière, Bundesverteidigungsminister, gehört eher zur bedächtigen Sorte Politiker, ist dennoch äußerst kreativ.

 

 

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Links, rechts, blablabla

Die linkische Linke verhält sich nicht rechtens, weil sie etwas anderes will als das, was die Konservativen anstreben. Die Liberalen sitzen zwischen den Stühlen, weil die Neokonservativen es geschaft haben, einen Widerspruch aufzulösen, der eigentlich nicht aufzulösen war, was wiederum die Neoliberalen dazu bringt, noch liberaler zu werden. Das bringt aber keinen Erfolg, weil vor Jahren schon ein sozialdemokratischer Kanzler die Liberalen in der Mitte überholte. Die alltägliche Politik ist an Widersinn kaum noch zu überteffen – willkommen im Heute des Alles-und-Nichts!

 

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Yeeehaaa ’11

Es ist leider üblich, dass die Jahrenrückblicke noch vor Jahresende erscheinen,  im TV flüssig in HD, mit 800 Hertz und Doppelherz dazu, in Druckwerken schwarz auf weiß. Ebenso „normal“ ist es, stets die Katastrophen in den Vordergrund zu rücken, am besten noch mit einem persönlichen Touch. Das wärmt das Herz und lässt nostalgische Gefühle sprießen, wie am Ende dann aber der Bogen Richtung einer hoffnungsvollen Zukunft geschlagen werden soll, bleibt offen. Dabei hat das Jahr 2011 doch so wahnsinnig viel Tolles gebracht, es war ein unglaublich gutes Jahr – für alle und jeden und überhaupt!

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Für eine Hand voll Euro

Großes Aufatmen in ganz Deutschland, bei rund 900.000 Arbeitern herrscht nun sogar echte Partystimmung, denn pünktlich zu Weihnachten gibt es eine ganz großes Geschenk: Eine massive, nie dagewesene, mehr als ausreichende Lohnerhöhung für Leiharbeiter, gesetztlich festgelegt und schon ab 1. Januar 2012 gültig. Der Wirtschaftsboom kommt nun also endlich auch bei denen an, die dafür so hart arbeiten mussten, dankbar sollten wir allen Ursula von der Leyen sein, denn Frau Aufrechtigkeit und Engagement war die treibende Kraft.

 

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How to make something completely wrong

Kürzlich hielt ich ein Zwiegespräch mit Mr. Wrong, dem unehelichen Halbbruder von Mr. Wright, dem ja ob seiner Perfektion alles gelingt. Nun ist Mr. Wrong aber eben nicht ganz so perfekt, um nicht zu sagen: Er ist menschlich. Mr Wrong wählte nicht Familientherapeut oder Ehevermittler als Job, sondern ließ sich zum Politikberater umschulen – was natürlich ein Fehler war, ein drastischer! Nur sieht er das natürlich nicht ein.

 

 

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