Filmriss

Während sich im Kino und auf dem PC (bzw. der Konsole) die Resident-Evil-Machwerke fröhlich abwechseln, das Angebot an Zombie-Filmen und -Spielen stetig wächst, und man irgendwie gar nicht mehr folgen kann, was nun was ist, bleiben gewisse, seit Jaaahren herbeigesehnte Filme und Spiele aus. Dies, obwohl unglaublich viel Potenzial vorhanden, die Community groß und der finanzielle Erfolg eigentlich sicher ist.

In „Pacfic Rim“ kloppen sich gigantische Kampfroboter durch Stadt und Ozean, in „Lost Planet 3“ stapft der Spieler in einem riesigen „Rig“ über den Eisplaneten, in „Wolverine – Weg des Kriegers“ ist der Endgegner ein fetter Stahlkoloss, Robocop erfährt in Kürze eine Reboot, der ED-209 wird natürlich auch mit von der Partie sein. Wer also denkt, mehr oder weniger humanoide Kampf- oder Riesenroboter wären „so herrlich ’80er-Style“ und somit „out“, der irrt – die Dinger sind ein Dauerrenner, ziehen das Publikum an, fesseln über Generationen hinweg. Doch DAS Robotoer-Gekloppe Nummero uno bleibt unbeachtet, das Battletech-Universum samt Battlemechs bleibt dem (Heim)Kino fern und nur in Form von „Mechwarrior Online“ für den PC-Zocker zu durchleben, allerdings in einer mauen Form.
Madcat und Marodeur, Daishi und Atlas, Loki und Hunchback – die Urväter der Mech-Welle, die Originale, vegetieren im Nirgendwo dahin und schaffen nicht den Sprung ins Kino – warum? Battletech hat alles, was man für einen Blockbuster braucht und sogar noch viel mehr, denn Komplexität und Story, Abwechslung und Stil sind in solchen Massen vorhanden, dass alle jene Formate, in denen Kampfronoter aller Art auftreten, nicht einmal addiert und mit 10 multipliziert auch nur in die Nähe von Battletech kommen. Die Fans gieren nach Neuem, halten sich mit den alten, aber weiterhin beliebten Klassiker wie Mechwarrior 2 oder Mech Commander über Wasser, aber der Tümpel trocknet aus und wo immer ein neuer Pool gebaut wird, werden die Battlemechs ignoriert.

Voll im Trend liegen Zombies, sowohl im Kino als auch im TV und natürlich volle Kanne auf Konsole und PC. Nie aus dem Trend waren Aliens, die in all ihren Formen (von Doctor Who bis Prometheus, von Super8 bis Falling Skies, von Crysis bis XCom) mal lieb, mal böse, mal kunterbuntes Beiwerk, mal zentraler Punkt sind, das Spiel aber, welches diese Elemente aber wunderbar verbindet, erfährt seit Jahren nur optische Updates („Cinematic Mod“). Die Rede ist natürlich von Half-Life (2 / Episode 1/ Episode 2), wo in den letzten Jahren nur Fake-Trailer für Aufsehen sorgten, wo sich Valve anno 2013 wegen eines möglicherweise zu geringen Gewinnanteils mit Dreamworks zerstritt, wo der vielleicht in 2015 oder 2016 anstehende dritte Teil seine Wurzeln verraten wird, nämlich auf Multiplayer ausgelegt werden soll (so zumindest Gabe Newell). Von Kino ist gleich gar nicht die Rede. Die Zukunft sieht nicht rosig aus.

Tja, und dies obwohl Fortsetzungen und Reboots sich größter Beliebtheit erfreuen, in vielen Fällen (CoD, Deus X, Tomb Raider, Thief, Batman und Co.) sogar verdammt erfolgreich sind. Das Feld ist also eigentlich bestellt, nur anpflanzen will scheinbar niemand etwas.
Wie kann es denn sein, dass in einer Zeit, in der gewisse Mechanismen prächtig funktionieren und wo jeder erdenkliche Mist versucht und realisiert wird (auch hier sei CoD erwähnt *gg*, aber natürlich auch Terminator 4, Stirb Langsam 3 und 5), wo Crowdfunding und Kickstarting echte Erfolge erzielt und die Zahl derer, die sich auf „die gute alte Zeit“ samt selbiger Titel erinnernt, Far Cry Blood Dragon (ganz ehrlich: das ist das GotY 2013!) kauft und bejubelt, echten Giganten und AAA-Namen kein neues Leben eingehaucht wird?
Nicht genug Zombies? Na dann baut halt in „Half Life – Der Film“ noch mehr Headcrabs ein und lasst sie einen Zombi-Virus übertragen.
100-Tonner sind zu klein? Na dann stellt ein „Mechwarrior – Der Film“ doch die Clan-Invasion nach, samt fetter Landungsschiffe.
Zu ernste Stories und zu wenig US-pathetisches Gesülze? Na dann lasst ein paar Krieger doch aus Kansas stammen und die Clan-Anführer einen Südstaatenakzent haben.

Also echt mal, liebe Produzenten und PR-Fuzzies: Soooo schwierig ist das nicht!

JS für Orthy.de, C2014

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