Test: Noiseblocker eLoop

Luftgeräusche & Kühlleistung

Spätestens auf den zweiten Blick fallen dann die mit einer Art Zähnen versehenen Abrisskanten der Flügel auf.  Sie erinnern an Haizähne und spätestens bei diesem eleganten Tier kann man dann den Bogen zur Bionik schlagen. „Von der Natur lernen, heißt Siegen lernen“ – schaut man mit einer Lupe auf die dann extrem rau wirkende Haihaut oder betrachtet man sich die aquadynamische Form von Pinguinen, so fällt auf, dass in Glattheit und Symmetrie nicht der Schlüssel zum Erfolg liegt. Es gilt, große Wirbel zu verhindern, sie quasi in viele kleine Wirbel aufzuteilen. Mithilfe einer Akustikkamera lässt der Forschungserfolg auch bildlich darstellen – Noiseblocker lässt sich dies natürlich nicht nehmen.

Für die Praxis darf man also annehmen, dass bei identischer Drehzahl das Luftgeräusch leiser ist – und tatsächlich ist der Erfolg durchaus hörbar. Nicht aber im Drehzahlkeller, den die Luftgeschwindigkeiten sind hier so gering, dass man schon das Ohr direkt an den Lüfter halten muss, um überhaupt etwas zu hören. Seit geraumer Zeit, spätestens seit der M-Serie, ist klar, dass im Bereich von unter 300 oder 400 U/min moderne Lüfter quasi unhörbar sind. Im Vergleich zu anderen, ausgewiesen richtig guten Lüftern ergibt sich diese Übersicht:

Während man bei herkömmlichen Lüftern neben dem Lager auch auf die Luftgeräusche achten muss, erreicht die eLoop-Serie den kritischen Punkt der Wahrnehmbarkeit merklich später. Es hängt natürlich von vielen Faktoren ab, doch unter den gegebenen Testbedingungen kann man sagen, dass die eLoops mit rund 150 U/min mehr arbeiten können, ohne dabei ein Luftrauschen zu ereugen. Selbst in für Silentiten ja fast schon zu hohen Bereichen setzen die eLoops eine neue Bestmarke, was ganz konkret heißt: Man hört kein Luftrauschen. Der Aufwand seitens Noiseblocker hat sich also gelohnt und ein Mehr an Umdrehungen ist ja wünschenswert, denn die Luftfördermenge steigt, die Kühlleistung verbessert sich.
Ein Kommentar noch zum „Hochdrehzahlenereich“: Man kann die Physik nicht austricksen und so ist auch der beste Lüfter bei 1000 U/min zu hören, dazu braucht es noch nicht mal eine „stille“ Umgebung. Die eLoops aber zeigen, dass in diesem Drehzahlbereich große Fortschritte möglich sind. Einerseits bleiben störende Lagergeräusche aus (Schleifen und Klackern komplett, das Brummniveau steigt allenfalls auf 3) und der Luftstrom ist hörbar dezenter. Je nach Einsatzgebiet kann ein eLoop durchaus auch mit 1000 U/min arbeiten und trotzdem die Geräuschkulisse des PCs nicht störend beeinflussen. Speziell als einblasender  Gehäuselüfter kann hier eine zusätzliche Empfehlung ausgesprochen werden, denn im Gegensatz zu den Einsatzgebieten CPU- und GraKa-Kühler entstehen hier keine großen Luftwirbel bei recht hohen Luftgeschwindigkeiten. Für die reine Frischluftzufuhr in der Front eines Gehäuses sind die eLoops daher schlicht und einfach die beste Wahl.

Kühlleistung

Luftdruck ist ja nicht gleich Luftdurchsatz und muss man schon genau hinschauen und hindenken, um die Kühlleistungsfähigkeiten zu analysieren. Wo immer Luft auf einen Widerstand trifft, entsteht natürlich ein Gegendruck. Ein hoher statischer Luftdruck, gern wird hiermit ja Werbung betrieben, kann regelrecht verpuffen. Unterm Strich zählt der Luftdurchsatz und dieser zeigt sich bei einem Schlaufenrotor und auch bei einem Diagonallüfter (Walzen- und Radiallüfter) deutlich stabiler. In der Vergangenheit wiesen die Noiseblockerlüfter kleine Schwächen beim Luftdurchsatz auf, so gut die M-Serie auch war (und weiterhin ist!), so messbar war der doch geringe Luftdurchsatz. Gleiches gilt auch für die BlackSilentPro und da lohnt sich durchaus mal ein kleiner Direkttest am ganz normal konfigurierten System (Core i5 2500K Sandy Bridge @ 4 GHz bei 1,2 Volt, NZXT Source 210 Elite, offener Aufbau, Lüfter aus, Prime95 Blend).

Die Differenzen sind natürlich alles andere als „beeindruckend“ und bei 1500 RpM ist erwartungsgemäß kein Unterschied festzustellen, aber im Low-RpM-Bereich sind die Werte schon sehr interessant. Zu hören ist von den 3 herangezogenen Lüftern nicht wirklich etwas, aber die Temperaturdifferenz zwischen BlackSilentPro und eLoop zeigt, dass die Schlaufenrotorbauweise nicht nur auf dem Papier funktioniert. Dass nebenbei auch noch der Enermax T.B.Silence (hier das PWM-Modell UCTB12P) ganz knapp geschlagen wird, überrascht aber etwas, denn gerade diese Lüfterserie zeichnet sich nur einen hohen statischen Luftdruck und ein großes Luftfördervolumen aus. Wie stark beides einbricht, ist schon erstaunlich.

… auf der nächsten Seite: Lagergeräusche, Nachlaufzeit & Fazit

Eine Antwort auf „Test: Noiseblocker eLoop“

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.