Test: Corsair Vengeance M60

Präzision

5700 DPI klingen viel, sind es auch, denn vor allem in der Kombination mit der tollen Gleitfähigkeit ergibt sich ein wieselflinker Nager, der wunderbar präzise abtastet und in Spielen wirklich seine DPI-Muskeln spielen lässt. Auch diesmal wird im Gegensatz zu vielen  „Reviews“ auf bunte Bilder von aktuellen Spielen verzichtet. Auch diesmal verbanne ich Sprüche wie „Wir testeten intentiv an XYZ“ oder „In mehrere Runden XYZ konnte das Produkt beweisen, wie präzise es zu Werke geht“ ins Reich der überflüssigen Phrasen. Auch diesmal bleibe ich kurz und knackig: Auf höchster Cursorgeschwindikeit mit einer USB-Polling-Rate von 500 und 1000 MHz ermöglichte die M60 bei 5700 DPI ein pixelgenaues Arbeiten bei einer Monitorauflösung von 1920×1200. Die Maus kann hier absolut überzeugen. Der „Avago 9500 Laser-Sensor“ arbeitet fehlerfrei auch bei schnellen Bewegungen. Bei 4000 DPI aber kommt es zu Pixelsprüngen (2 Pixel statt einem), womit auch klar ist, dass sich Sensor und Pixel-DPI-Relation genau wie bei der Sharkoon Drakonia verhalten.
Auf diversen Unterlagen (Mauspads von GlideTapes, MBO und Sharkoon), der guten alten Tischplatte sowie einem Blatt A5-Papier (reinweiß, 120 g/m²) arbeitet die M60 ohne Probleme. Ob sie dies auch auf den Textil-Pads tut, wurde auch diesmal nicht getestet, da dies in etwa so sinnvoll wäre wie einen Formel1-Boliden über eine Kopfsteinpflasterstraße zu jagen. Textilpads sind für LowSenser und alle jene, die Rudern, nicht aber nur mit dem Handgelenk zucken. Interessant war beim Quali-Test der Unterlagen übrigens,  dass 4 Balken stets das erreichbare Maximum waren.

 

Fazit

Wirklich gut nutzbar sind nur 4 der 8 Tasten – wer damit leben kann und nur mittelgroße Hände hat, erhält für einen stattichen Preis eine flinke, wunderbar präzise Maus mit „spannender“ Software. Corsairs Maus-Erstling krankt wie viele seiner Konkurrenten an Ergonomieproblemen und zeigt mal wieder auf, welche grundlegende Denkfehler auch heute noch begangen werden. Das ist sehr schade, denn die M60 hat viel Potenzial, welches aber fahrlässig verschwendet wurde. Eine dezente Maus mit guter Verarbeitung, ohne Spielereien, ohne überladene Software, mit einem tollen Mausrad und einer exzellenten Gleitfähigkeit findet man nicht allzu oft, nur wiegen eben die Fehler schwer, weshalb letztlich der Kauf sehr wohl bedacht werden muss. Die Wunschliste für eine Revision 2 ist nicht gerade kurz, aber die Hoffnung lebt, denn Corsair hat mit der M60 bewiesen, dass man durchaus gewillt ist, alte Pfade zu verlassen. Vielleicht schwenkt man ja auch auf die Schnellstraße ein – in Sicht ist diese ja zumindest.

 

Corsair „Vengeance M60“: Die Ergonomieprobleme rächen sich bei der Endnote.

JS für Orthy.de, C2012

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