Test: Sharkoon Drakonia

Präzision

Eigentlich hat sich die Drakonie nun schon als „Gamer-Maus“ disqualifiziert, noch bevor es überhaupt an den Präzisionstest geht, doch da die individuellen Befindlichkeiten der Nutzer eben sehr mannigfaltige Ausprägungen aufweisen, soll der Präzisionstest nicht fehlen.
An dieser Stelle gibt es nun bei vielen „Reviews“ bunte Bilder von aktuellen Spielen zu sehen, Sprüche wie „Wir testeten intentiv an XYZ“ oder „In mehrere Runden XYZ konnte das Produkt beweisen, wie präzise es zu Werke geht“ sind zu lesen, aber etwas Deratiges ist natürlich Blödsinn, vor allem im HighSensing-Bereich. Merkt man übrigens auch inkompetente Reviewer daran, dass gern die Lift-Off-Distance angegeben wird, also wann der Sensor den Betrieb einstellt, wenn die Maus angehoben wird, damit nach dem Wiederaufsetzen der Cursor (das Fadenkreuz) nicht ganz woanders ist. Im HighSensing-Sektor wird die Maus nicht angehoben, man muss dies auch nicht, denn mit minimalen Bewegungen flitzt der Cursor über den Bildschirm und um zu ermitteln, ob der Sensor sauber abtastet, braucht man kein Spiel, sondern eine ruhige Hand und ein waches Auge.
Auf höchster Cursorgeschwindikeit mit einer USB-Polling-Rate von 500 und 1000 MHz ermöglichte die Drakonia bei 5000 DPI  ein pixelgenaues Arbeiten bei einer Monitorauflösung von 1920×1200 – DAS ist Präzision, hier kann die Maus absolut überzeugen. Der „Avago 9500 Laser-Sensor“ gibt sich keine Blöße, bei 4000 DPI aber kommt es schon zu Pixelsprüngen (2 Pixel statt einem), womit auch klar ist, welche Auflösung HighSenser bei einer solchen physikalischen Auflösung des Monitor in etwa brauchen. Senkt man die Cursorgeschwindigkeit in der Systemsteuerung um 2 Stufen, wird das „Problem“ gelöst.
Auf diversen Unterlagen (Mauspads von GlideTapes, MBO und Sharkoon), der guten alten Tischplatte sowie einem Blatt A5-Papier (reinweiß, 120 g/m²) arbeitet die Drakonia ohne Probleme. Ob sie dies auch auf den Textil-Pads tut, wurde nicht getestet, da dies in etwa so sinnvoll wäre wie einen Formel1-Boliden über eine Kopfsteinpflasterstraße zu jagen. Textilpads sind für LowSenser und alle jene, die Rudern, nicht aber nur mit dem Handgelenk zucken.

 

Fazit

Sharkoon macht mit der Drakonia vieles richtig, die Verarbeitungsqualität ist für eine 25-Euro-Maus wirklich gut, die allgemeine Griffigkeit ebenso, die Gleitfähigkeit ist sogar exzellent, da können sich viele Konkurrenzprodukte durchaus ein Beispiel nehmen. Der Laser hält was er verspricht und ermöglicht ein präzises Arbeiten, Ausfälle gibt es keine, man muss also nicht immer eine 50 oder 60-Euro-Maus kaufen, um Präzision zu erlangen. Die vielen ungünstig positionierten und schwergängigen Tasten trüben das Bild aber nachhaltig und lassen zu dem Schluss kommen, dass Sharkoon viel wollte, aber zu wenig gemacht hat. Die fehlende Einstellung der DPI-Stufen ist dann der K.O. für genau die Klientel, die Sharkoon eigentlich ansprechen wollte. So bleibt letztlich nur eine preislich sehr faire Ein-DPI-Level-Maus, bei der man sinnvoll nur 7 der 11 Tasten nutzen kann. Unterm Stich ergibt das noch ausreichende 6 von 10 Punkten und die eindringliche Bitte, beim nächsten Nager doch bitte mehr Zeit in Planung, Testphase (falls es so etwas bei Sharkoon gibt) und Logik zu investieren.

 

Sharkoon „Drakonia“: Viel gewollt, aber dank Logikfehler am Ziel klar vorbei.

JS für Orthy.de, C2012

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