Test: Sharkoon Drakonia

Ergonomie

Ein klassisches Rechtshänder-Design, dazu gummierte Seitenflächen, dass allumfassende Grün samt Schuppen-Optik und viele Tasten – über Geschmack lässt sich streiten, die Griffigkeit im Allgemeinen ist aber gut, auch größeren Händen liegt die Drakonia. Ein Gewichtsmagazin ist ein unsinniges Features, denn warum sollte man das Gewicht einer Maus erhöhen, es stört nur, ist physikalisch absoluter Unsinn. Der kleine Tragebeutel (nicht im Bild) hingegen kann sich in der Praxis durchaus als nützlich erweisen, denn Schmutz und Kratzer stellen dann beim Transport der Maus kein Risiko mehr dar.
Mausrad: klar abgestuft, breit, mittlere Lautstärke, mittlerer Widerstand, Seitwärtsbewegung schwergängig, Druckpunkt des Mittelklicks ist OK, aber alles andere als leichtgängig
Tastenklick: die beiden Haupttasten sind recht leise, guter Druckpunkt, klares „Plastik-Klicken“ ist bei allen aber zu vernehmen,
Zusatztasten: die beiden Daumentasten sind gut positioniert, könnten aber noch etwas weiter vorn liegen, Druckpunke sind gut, die 3. Daumentaste liegt viel zu weit hinten, der Daumen muss um über 90° abgewinkelt werden, die rechte Außentaste ist unkomfortabel zu benutzen, da etwas schwergängig und zu weit vorn angebracht, der DPI-Schiebeschalter sitzt viel zu weit hinten, weist einen hohen Widerstand auf, ist somit nahezu unbrauchbar
Gleitfähigkeit: sehr gut, sehr leichtgängig, kaum fühlbarer Widerstand, kein Kippeln, kein Kratzen,

Schon im ersten Testlauf werden deutliche Schwächen offensichtlich. Sharkoon hat es mit der Anzahl der Tasten übertrieben, hat auf Masse statt Klasse gesetzt. Schade, denn Verarbeitsungqualität und Haptik sind gut, vor allem wenn man den Preis im Hinterkopf behält. Die Ergonomie ist zwar auch stets ene individuelle Angelegenheit, weshalb das Probegreifen immer sinnvoll ist, aber einer Bio-Logik folgt die Drakonia nur sehr bedingt. Sharkoon hätte mit etwas Feinarbeit ein deutlich besseres Ergebnis erzielen können, für eine mögliche Revision 2 aber sollten die Kritikpunkte konsequent angegangen werden. Wenn man bedenkt, dass gerade HighSenser, also jene, die auch wirklich 5000 DPI brauchen, auf eine allgemeine Leichtgängigkeit aller Tasten angewiesen sind, da leichteste seitliche Drücke große Auswirkungen haben, kann man durchaus  sagen, dass Sharkoon das Konzept nicht verstanden hat. Das starre, immerhin 1,8 Meter lange Kabel, passt da ins Bild, denn statt ein dünnes, weiches zu verbauen, stört das harte durchaus, schiebt die Maus hin und wieder über das Pad.

 

Software

Stets beliebt, weil gern überladen oder nicht mit Funktionen ausgestattet, die man wirklich braucht, ist die Software oft ein Problem. Auf den ersten Blick kann das Drakonia-Center aber überraschen, der Teufel aber steckt im Detail, besser gesagt im Detail, welches leider gar nicht vorhanden ist.


Die Software-Suite ist kompakt, dank internem Maus-Speicher muss sie nicht immer mitlaufen oder im Systemtray mit einem Icon nerven, die Übersichtlichkeit ist gut, die Funktionen erklären sich von selbst, der Marko-Editor lässt u.a. Pausenzeite von 50 bis 500 Millisekunden zu (in Schritten von 50 ms) und positiver Weise sind auch wirklich alle Tasten frei zu belegen. Von jeder x-beliebigen Taste der Tastatur (außer Sondertasten und ESC natürlich) bis hin zu Multimedia- und Explorer-Befehlen (vor, zurück, stopp, kopieren, lauter, leiser usw. usf.). Soweit ist also alles im grünschuppigen Bereich. Auch die Option, die Beleuchtung des Shakoon-Logos farblich zu verändern und sie ganz abzuschalten, ist löblich, leider aber bleibt die doch recht helle DPI-Stufen-Anzeige stets aktiv. Ich weiß nicht, warum „Gamer-Mäuse“ leuchten müssen, denn was interessiert den Zocker, ob die Maus illuminiert ist? Er konzentriert sich auf den Bildschirm, nicht auf den Nager! Ich lasse mich deshalb auch nicht darüber aus, dass die Logo-Beleuchtung eher konstrastarm und etwas leuchtschwach ist, und dass die Farben eher Fehlfarben sind.

Licht hin, Farben her, zwei große Kritikpunkte hat die Drakonia auf jeden Fall zu bieten:
1. die einzelnen DPI-Stufen lassen sich nicht konfigurieren, es wird nicht einmal angezeigt, mit wie viel DPI die Stufen belegt sind
2. es lässt sich nicht die Anzahl der DPI-Stufen festlegen, es bleibt immer bei den 7 Stufen

Das heißt konkret: eine Klickorgie ist angesagt, wenn man von Schnell auf Langsam schalten will – das ist nicht zu tolerieren und führt die DPI-Abstufung ad absurdum! Es ist einem Spieler nicht zuzumuten, dass er 6 mal Klicken muss, um von der Normalgeschwindigkeit in den „Sniper-Modus“ zu gehen, noch dazu, weil ja alle Tasten, außer den beiden vorderen Daumentasten, schlecht zu erreichen und zu drücken sind. Da hat Sharkoon einen doppelten Fehler begangen, der den Anwender unglaublich nerven kann (nicht muss!) Man muss nicht zwingend nur 2 Stufen nutzen, obwohl dies natürlich am sinnvollsten ist, aber wenigstens eine Einstellung von 3 oder 4 Stufen wäre wünschenswert, ja sogar Pflicht. A4-Tech bietet das seit Jahren an, Logitech ebenso, daher ist es wirklich ärgerlich, dass Sharkoon diesen wichtigen Aspekt „vergessen“ hat.

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