Offline: Teil 2 – Facebook

Problem 4: Bullying – Cybermobbing

Ein Mensch registriert sich unter Deinen Namen in Facebook. Er fügt bekannte (Schulfreunde, Familie etc.) dem Profil hinzu. Facebook hilft ihm dabei sehr. Er imitiert Dich sehr gut, lange bevor Du das merkst. Er gibt sich im Internet als Du aus. Danach „blamiert“ er Dich mit Äußerungen, kompromittierenden Bildern usw.

Dieses Vorgehen ist vor dem Gesetz strafbar, stellt es doch eine Verletzung von Menschenwürde und Privatsphäre dar. Doch hier ist Facebook nicht so freizügig mit Daten und gibt Ermittlungsbehörden die notwendigen Informationen nur sehr ungern heraus. Der Fake-Account wird gesperrt.

Noch vor Deiner Registrierung im „Gesichterklub Chemnitz“ hat jemand sich unter Angabe Deines Namens registriert. Er hat sogar für das Vereinsbuch Dein Foto genommen. Da alles per Post passiert und niemand je einen Ausweis fordert oder Deine tatsächliche Identität validiert, ist es nicht weiter aufgefallen. Dein Imitat hat diverse Fotomontagen mit SM-Fotos im Verein herumgereicht und diverse falsche Dinge über Dich und Deine Sexgewohnheiten verbreitet. Viele haben den Fake bemerkt und in den lustigen Spaß mit eingestimmt. Angesprochen wurdest Du jedoch von Deinem Arbeitgeber. Die Fotos kursierten vor allem im Kollegenkreis.

Eine polizeiliche Anzeige lief ins Leere, da der Verein sich auf den Datenschutz beruft. Lediglich die gefälschte Mitgliedschaft wird erlöschen gelassen, die Fotos aus dem Vereinsbuch genommen.

Wenn es Dich selbst betrifft: Registriere Dich bei Facebook mit Deinem Realweltnamen und lade mindestens ein echtes Foto (kann auch älter sein) mit deinem Gesicht hoch. Auch der Geburtstag sollte stimmen und die Freunde, welche Dir wichtig sind, sollten mit Dir befreundet sein. Alle Arten von Links (bspw. auf Fotos) sollten Deine Freigabe erfordern.
Speichere Screenshots der Mobbingseite mit Datum und erstatte umgehend Strafanzeige gegen Unbekannt. Suche Dir einen Anwalt. Dieser wird sofot eine Unterlassungserklärung an Facebook versenden. Im Zuge der Strafanzeige wird es eine polizeiliche Ermittlung gegen Facebook geben, welcher Facebook nur unter Herausgabe der vollständigen Benutzerdaten umgehen kann. Das erhöht deutlich die Chancen, dass der Bösewicht erwischt wird.
Sei verschwiegen und ungnädig. Hänge das nicht an die große Glocke. Sollte sich herausstellen, dass das ganze die wenig Lustige Idee eine guten Bekannten war  – ziehe die Anzeige nicht zurück.

Wenn es Dich nicht selbst betrifft, sondern bspw. Dein Kind. Dann tu was oben steht. So lange diese kriminellen Handlungen als Spinnereien von Kindern abgetan werden ist das Internet eine Spielwiese für introvertierte kleine Arschlöcher, die nicht den Schneid haben ihr Problem auf dem Schulhof zu klären. Es bringt nichts, das eigene Kind von Facebook fern zu halten.

 Problem 4: Datenverwertung und -eigentum

Facebook nimmt sich heraus mit Deinen Daten zu werben. Sie sind sogar derart „unsensibel“ in dieser Hinsicht, dass sie sich mit den Änderungen in den Nutzungsbedingungen in 2011 die Freiheit haben wollten, die Daten selbst dann weiter zu verwenden, wenn der Account durch den Benutzer deaktiviert wurde. Das wurde dank Nutzerproteste letztlich wieder zurück genommen. Manche solcher großartigen Ideen können jedoch nicht verhindert werden (Quelle; Sven Haak, Facebook setzt neue Regeln in Kraft; Golem.de; 11.06.2012)
Insgesamt steht dieser Fall jedoch für das Eigentumsdenken an den Daten und den damit verbundenen Verwertungsrechten. Welche Rechte gebe ich Facebook eigentlich an meinen Daten?
Um es kurz zu machen: Für Bilder und Videos gebe ich Facebook ALLE Rechte! Die Tragweite wird einem erst bewust, wenn man sich klar macht, dass dies auch Bilder und Videos von einem selbst betrifft (Recht am eigenen Bild).
Darf Facebook mit meinen Informationen werben? Darf Facebook diese statistisch verwerten? Falls ja: zu welchem Grad? Wie lange darf Facebook durch mich gelöschte Informationen verwahren? Die Nutzungsbedinungen sind hier lückenhaft. Die Rechtslage von Land zu Land unterschiedlich.

Der Verein behält sich das Recht vor, auch nach dem Austritt Deine Fotos im Vereinsalbum zu lassen. Ebenso Deine Lebensdaten. Du wirst zwar als „ehemaliges“ Mitglied gekennzeichnet, aber eben nicht gelöscht. Deinem Wunsch auf Löschung fühlt sich keiner verbunden, ja nicht einmal zuständig. Und ob Deine Daten wirklich gelöscht wurden, wirst Du nie erfahren. Oder doch?

Es wäre an den Staaten hier klare Verrhältnisse zu schaffen. Ein Hinweis: Eine Falschangabe in einem SN ist keine Strafbare Handlung. Du willst Testpilot bei Airbus sein? In Facebook ist das möglich!Du kannst Dich völlig neu erfinden. Geht nur leider am Sinn von Facebook und Co. vorbei.

Wenn Du etwas an Facebook gibst, gehört es so lange Facebook, bis die Staaten endlich begreifen, dass das Unrecht ist. Erinnerst Du Dich an die Hassrede von Sven Regener? Was, wenn ich auf Facebook nun „nur für Freunde“ ein Element-of-Crime-Video verbreite, ohne Regener zu fragen? Dann ist das ein Urheberrechtsverstoß. Herr Regener wird das nie merken.  Und das Video samt des Rechtsverstoßes gehört nun wem? Rechtlich natürlich nach wie vor EoC. Aber welchen Schadensersatzanspruch hat Facebook?
Allein schon Deine Unfähigkeit die hier gestellten Fragen zu beantworten machen klar: Lass es einfach!

Bilder von Dir und Freunden gehören nicht ins Internet. Urlaubserinnerungen gehören ins Album oder auf die heimische Festplatte. Die meisten ISPs (Internet Service Provider) bieten neben Internet-Anschlüssen auch Online-Festplatten und Websites für n Appel und n Ei. Das geht bereits bei 3 Euro im Monat los. Die meisten bieten das Einrichten von Online-Galerien, die dann Dir gehören. Klar, das macht im ersten Augenblick mehr Arbeit, aber Du hast die volle Kontrolle über Deine Daten.

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