Offline: Teil 2 – Facebook

Die Schattenseiten von Facebook

Ich möchte an dieser Stelle nicht den sehr guten Wikipedia-Artikel herunterbeten, sondern jedem Interessierten diesen nur ans Herz legen. Viel lieber beschreibe ich die konzeptionellen Probleme (übrigens der meisten SNs) für den „Normalsterblichen“ anhand eines Beispiels.

Nehmen wir an, Du möchtest einem Verein beitreten – Nennen wir ihn den „Gesichterklub Chemnitz“. Der Verein lebt und exisitiert davon, dass sich möglichst viele Menschen treffen und unterhalten. Die ursprüngliche Idee war es, Schul- und Universitätsjahrbücher zu schaffen und den Kontakt zwischen den Schülern und den Studenten über Zeit und Raum hinweg aufrecht zu erhalten. Es gibt Brieffreundschaften und es gibt organisierte Treffen. Die Anmeldung ist einfach, die Mitgliedschaft kostenlos und es gibt bereits heute eine stetig wachsende Vereinsmannschaft.

Problem 1: Das Konzept des sozialen Netzwerks ist die maximale Öffentlichkeit von Daten

Facebook will die Daten nicht verbergen, denn je mehr über den Benutzer sichtbar ist, umso spannender ist das Netzwerk für andere. Das wiederum macht den Erfolg aus. Facebook muss aber die Daten schützen, denn sonst ruft das Datenschützer auf den Plan. Es muss also den Anwender dazu bringen, freiwillig  möglichst viel über sich zu verraten.

Die technische Lösung diese Ziels macht sich Facebook denkbar einfach: Der Mechanismus zum Datenschutz wird programmiert und eingebaut. Man kann also stets behaupten, er ist „da“. Ferner wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ein Maximum an Verantwortung in die Hände des Nutzers gelegt. Polemik: Die Verantwortung für seine eigenen Daten bleibt beim Benutzer.

Die „Grundeinstellungen“ eines neuen Kontos werden dann jedoch  so „offen“ wie möglich definiert und bei den einzelnen Schaltern und Einstellmöglichkeiten wird klar darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, dass andere das alles wissen. Die Risiken werden so entschärft wie möglich dargestellt (oder gar nicht). Lese ich den Begriff „Personalisierte Werbung“ und die Facebook-sche Beschreibung dazu, muss ich mich erst einmal hinsetzen und darüber grübeln, was das nun eigentlich bedeutet. Dann recherschiere ich das und dann wird mir vielleicht klar, dass ich das weder brauche noch will.

Die soziale Lösung des Problems ist ebenso recht einfach. Zum einen muss ein Mensch heute quasi dabei sein, sonst nimmt er an einem Bereich des Gesellschaftslebens nicht mehr Teil. Zum einen wird auf die ganz normalen Bedürfnisse des Menschen, wie Geltungsdrang, Neugierde und Kommunikation gesetzt. Zum anderen aber auch auf das noch wenig anerkannte Phänomen der Internetsucht.

Wie bist Du auf den „Gesichterklub“ aufmerksam geworden? Nun zum einen gibt es Mundpropaganda und eine gewisse Präsenz in den Medien, der man sich kaum entziehen kann. Aber viel interessanter ist, dass immer wenn Du Dich mit dem Thema Klassentreffen oder dem Wiederfinden alter Freunde beschäftigt hast, Du immer wieder auf den Gesichterklub Chemnitz hingewiesen wurdest. In den Gelben Seiten, in Google. Der Klub ist allgegenwärtig. Und er bietet schon auf den ersten Blick gute Informationen. Du gibst den Namen Deiner ersten Liebe in Google ein und der erste Suchtreffer lautet: „Deine erste Liebe ist Mitglied im Gesichertklub“. Irgndwie scheint jeder, den Du suchst im Gesichterklub zu sein.
Trotz anfänglicher innerer Widerstände schmilzt das Eis und Dir wird klar, willst Du mit so vielen Menschen, die Du in Deinem Leben kennst und kanntest Kontakt halten, dann ist der Gesichterklub ein perfektere Weg.
Der Beitritt zum Gesicherklub ist ein Klacks. Danach bist auch Du, wie Deine erste Liebe – auffindbar.

Die Lösung: Das eigene Bewustsein „schärfen“, was andere erfahren dürfen, und was nicht. Lege Dein Profil mit so wenig Angaben wie nötig an. Gerade einmal der Name und die E-Mail-Adresse sind notwendig. Alles darüber hinaus ist bereits eine öffentliche Darbietung von Informationen, die man normalerweise einem Fremden nicht geben möchte.
Wichtig bei der E-Mail-Adresse: Benutze eine separate Adresse für alle Arten von öffentlichen Registrierngen! Es sollte eine pivate Mailadresse geben, die nur Menschen kennen, von denen Du willst, dass sie dir schreiben und eine weitere für all den „Müll“, wie Newsletter, Spam und Co. Du solltest Dich NIEMALS mit einer Firmen-E-Mail-Adresse irgendwo registrieren. Die mesten Firmen verbieten das – aus gutem Grund!

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