Orthys Fotoguide Teil 3: Es werde Licht!

Wie macht es die Kamera?

Belichtungsmessung

Objektbezogene Messung

Es wird unterschieden zwischen Lichtmessung, bei welcher manuell die Lichtverhältnisse gemessen werden, und der objektbezogenen Messung. Bei letztere wird die Lichtmenge ausgehend von einem Objekt durch das Objektiv (TTL = Through the Lens) gemessen. Hierbei unterscheidet man drei Arten:

Kontrastmessung (Mittenbetonte Messung)

Sie misst über das gesamte Bild den Kontrastumfang und stellt je nach Motivprogramm die Blende und Belichtungszeit, relational zum ISO-Wert korrekt ein.

Hier gibt es zwei Strategien:

1. Die Integralmessung

Es wird mehr „Wert“ auf die untere Bildhälfte gelegt. So wird bei Landschaftsaufnahmen bei hellem Himmel der „Boden“ nicht unterbelichtet.

2. Die Selektivmessung

Einem Bereich im Bild (meist der Mittelpunkt) wird eine Gewichtung für die Belichtungsmessung von 75% zugeteilt, der Rest fließt mit 25% ein. Dies liefert ein stets recht ausgewogenes Ergebnis.

Spot-Messung

Die Spot-Messung ermittelt die notwendige Lichtmenge auf Basis eines bestimmten Punktes im Bild. Ist dieser Punkt (engl. Spot) korrekt belichtet, so wird davon ausgegangen, dass dies auch für den Rest des Bildes zutrifft. Sie versucht also, das fokussierte Objekt nicht nur scharf, sondern auch korrekt belichtet darzustellen. Den „Punkt“ muss letztlich der Fotograf festlegen.

Mehrfeldmessung

Die meisten SLR-Kameras besitzten gleich mehrere Messpunkte (oder korrekter Messfelder). Anhand dieser Messfelder (ähnlich, aber nicht gleich den Fokuspunkten beim Autofokus) wird die korrekte Belichtung berechnet.Die Mehrfeldmessung ist die Allzweckwaffe und sehr treffsicher :-).

Belichtungsprogramme

Die meisten Kameras besitzen einfache Belichtungsprogramme, die richtig gute Ergebnisse liefern.

Automatische Einstellung

Symbolisiert durch ein grünes Kästchen. Die „Freiflugeinstellung“ liefert eigentlich stets treffsicher ein korrekt belichtetes scharfes Bild. Gegebenenfalls wird der Blitz ausgefahren. Die meisten SLRs neigen bei dieser Einstellung dazu, die größtmögliche Tiefenschärfe raus zu holen (sprich möglichst kleine Blende), hierzu den ISO-Level leicht zu erhöhen (meist jedoch nicht über ISO400) und gleichzeitig eine Belichtungszeit so zu finden, dass die Fotos auch Freihand immer gelingen (Belichtungszeit: <1/160).

Portraitmodus

Portraits sind Bilder, bei welchem das Objekt der Begierde „Freigestellt“ werden soll. Dies bedeutet, wir wollen die kleinstmögliche Schärfentiefe. Die Kameras wählen also die größte Blende und stellen entsprechend die Belichtungstzeit ein.

Landschaftsmodus

Meistens symbolisiert durch ein paar kleine Berge. Hier wird eine größtmögliche Schärfentiefe gewünscht, also Blendenzahl rauf (möglichst kleine Blende), zu Lasten der Belichtungszeit. Der Landschaftsmodus ist also praktisch das Gegenteil des Portraitmodus.

Makroaufnahmen

Oft symbolisiert durch eine Blume. Hier wird versucht die Naheinstellgrenze möglichst dicht an die Kamera „heranzuziehen“. Die Schärfentiefe muss nicht besonders „lang“ sein, da das Objekt meist sehr dicht vor dem Objektiv ist. Hier reicht meist eine Blende zwischen 4,0 und 8,0 aus (je nach dem, wie „weit“ die Schärfe gehen soll. Da wir allerdings auch reichlich „Licht“ brauchen, macht es keinen Sinn riesige Blendenzahlen einzustellen und sich dann der „Schärentiefe auf Unendlich“ zu erfreuen.

Sportprogramm

Ein Programm für sich bewegende Objekte. Hier wird versucht Bewegung im Bild scharf einzufrieren. Dies bedeutet: Blende weit offen, Belichtungszeit so kurz wie nur möglich. Nebenbei wird der Autofokus auf „Servo“ gestellt, sprich: Er Fokussiert immer wieder nach, wenn sich das Objekt bewegt.

Nachtprogramm

Das Nachtprogramm geht davon aus, dass ein Objekt im Vordergrund ebenso korrekt belichtet werden muss, wie der recht dunkle Hintergrund. Dafür wird das Vordergrundobjekt „angeblitzt“, der Hintergrund dann über längere Belichtungseit „aufgehellt“.

Aviable-Light Fotografie

Meist durch einen durchgestrichenen Blitz symbolisiert, versucht die Kamera hier bei maximal möglicher Schärfentiefe und nur unter Verwendung des vorhandenen Lichtes, ein gutes Bild zu machen. Hierzu wird oft Belichtungszeit und ISO-Level ausgedehnt. Nützlich immer dann, wenn ein Blitz die Aufnahme „versauen“ würde. Bspw. ein Foto durch eine Glassscheibe. Ein Blitz würde hier reflektieren.

„P“ – Variable Programmautomatik

Dies ist das Einsteigerfreundlichste Programm. Man kann hierbei Belichtungszeit und Blende proportional zueinander verschieben. Erreicht also immer die gewünschte Schärfentiefe, bei korrekter Belichtung. Man kann also die Schärefenebene ganz nach Gusto nach vorne oder hinten „verlegen“. So gelingen richtig nette Aufnahmen ohne viel „Rumprobieren“.

„Tv“ – Blendenautomatik mit Zeitvorwahl

Man gibt eine Belichtungszeit (und ISO-Level) vor und die Kamera wählt die entsprechend passende Blende, für eine korrekte Belichtung. Ideal für Freihandaufnahmen oder bewegliche Ziele. Je kürzer die gewählte Belichtungszeit, desto mehr wird das Bild „eingefrohren“.

„Av“ – Zeitautomatik mit Blendenvorwahl

Man gibt eine Blende vor (und den ISO-Level) und die Kamera wählt die passende Belichtungsszeit. Hier kann man die gewünschte Schärfentiefe erreichen. Ideal für unbewegliche Objekte.

„M“ – Manuelle Belichtungseinstellung

Hier kann man die Kamera praktisch „frei konfigurieren“.

„A-Dep“ – Schärfentiefenautomatik

Hier wird die Schärefentiefe durch die Kamera so eingestellt, dass alles, was sich im Bereich der Messfeldsensoren befindet „scharf“ ist. Nehmen wir eine Reihe von Autos, welche wir schön aus einer Totalen scharf haben wollen. Ein anderes Beispiel wäre ein Gruppenfoto, bei welchem die Zwerge in der ersten Reihe ebenso scharf im Bild sein sollen, wie die Riesen in der letzten.

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