Orthys Fotoguide Teil 2: Kauf der richtigen Technik

Grundregeln: Der Einstieg in die SLR-Welt

Wann sollte man sich keine SLR kaufen?

Umgekehrte Psychologie, wir fangen von hinten an.
1. Du willst „knipsen“ und schnell zu einem schicken Bild kommen. Du bist dabei nicht „kreativ“, sondern eher zweckmäßig Veranlagt. Fotografieren wird nie Dein Hobbie, Du willst einfach nur ein schnelles gutes Bild. Ganz klar: Kompaktkamera!
2. Du willst schon größeren Einfluss auf die Bildgestaltung. Klar, je schärfer es ist, desto schöner. Du willst hier und da vielleicht sogar RAW-Aufnahmen bearbeiten und fotografierst viel und gerne auch bei diffusem Licht, wo Dich Kompakte einfach nicht mehr zufrieden stellen. Andererseits willst Du es aber auch nicht Stunden damit zubringen, dich mit Fototechnik zu beschäftigen. Du bist bei Bridge-Kameras gut aufgehoben. Du kannst auch mal einen Blick auf absolute Einsteiger-DSLRs werfen.
Die Bridge bietet Dir den Vorteil meist kleiner und leichter zu sein.
3. Du willst das letzte aus den technischen Möglichkeiten der Kamera herausquälen. Du willst mit Bildgestaltung und Komposition experimentieren und auch wenn Du gerade einmal anfängst, löst die Vorstellung irgend wann einmal 1000 Euro ins Hobby investieren zu müssen, keine Angstzustände aus.

Welcher Hersteller?

Im unteren DSLR-Preissegment nehmen sich die Kameras nicht viel. Die einen haben eine gute Bedienung (bspw. Canon, Sony, Nikon), die anderen günstige Kameras und Objektive (bspw. Olympus). Grundsätzlich bleiben die meisten, die sich für ein System entschieden haben, oft eine lange Zeit dabei. Für den Einstieg ist es daher relativ egal, welchen Hersteller man nimmt. Ich persönlich bin Canon-Jünger, da es hier eine sehr große Auswahl an Objektiven gibt, die Einsteiger-Modelle der Kameras schon sehr professionelle Funktionen bieten und, als ich begonnen haben DSLRs zu nutzen, auch fast kein Weg um Canon drum herum führte. Heute ist Canon vor allen ein recht teurer Systemanbieter. Für den Einstieg empfehle ich eher Olympus (Preis) oder Sony (Bedienung / Ausstattung), auch wenn bei erstgenanntem die Ausstattung mit hochwertigeren Objektiven im Endeffekt sehr teuer werden kann.

Hier liegt sowieso der Crux der Systemwahl. Der Body ist egal. Ein Objektiv für das kleinste Canon-Modell, Canon EOS 1000D, passt auch wunderbar auf die EOS 7D oder mehr. Ein hochwertiges Objektiv wird man also eine Weile behalten und es hat auch weit mehr Einfluss auf die Bildqualität, als ein hochauflösender Sensor. Was nützen einem letztlich 18 Megapixel im schönsten Motiv, welches man aber dank billiger „Scherbe“ gestalterisch nicht hin bekommt?

Megapixel

Wie erwähnt sind Megapixel absolut zweitrangig! Eine scharfe Linse kann viel mehr anrichten, als gigantische Megapixel-Zahlen. Anno 2010 sind 12 bis 15 Megapixel gängig. Canon startete im März mit der EOS550 den Wahnsinn mit 18 Megapixeln. Wer denkt er braucht das, kann sich diese mit Kit-Objektiv für aktuell rund 750 Euo shoppen. Wer sich aber das Limit bei 750 Euro gesteckt hat, bekommt auch den EOS450D-Body plus ein gutes Immerdrauf-Objektiv (bspw. das Tamron 17-50mm VC LD XR DiII)

HD-Video

Nettes Feature, welches „Kinomäßige Aufnahmen“ durch die hochwertigen SLR-Objektive ermöglicht – oft sogar deutlich besser als so manche reine Videokamera. Auch wenn ich dieses Feature immer bewundere und bspw. bei Canons EOS550D das Stereo-Mikrofon einen tollen Ton und dazu perfekt entrauschte 1080p-Bilder, man sollte sich keine DSLR wegen ihrer Videofunktion kaufen! Sie sind dafür zu unhandlich.

Stabilisator im Body oder im Objektiv?

Hier entbrennt ein Glaubenskrieg. Die Body-Fraktion sagt, dass so die Objektive günstiger werden, was sich aber nicht immer im tatsächlichen Preis wiederspiegelt. Die Pro-Objektiv-Fraktion sagt, dass so der Stabilisator perfekt auf das Objektiv abgestimmt ist und sieht gerne bei den Objektiv-Stabis eine höhere Bildqualität.

Ich für meinen Teil, denke ist es ist total egal, da bei Olympus und Sony die Objektive nicht wirklich billiger sind, trotz fehlendem Stabilisator, als bspw. bei Canon oder Nikon. Ein Stabi sollte nur bei Freihand-Fotografie überhaupt aktiviert sein.

Und wer den Bildqualitätsunterschied zwischen In-Body oder In-Objektiv erkennt, hört auch Flöhe husten.

Stabilisator im Body liefern: Olympus, Pentax und Sony.
Stabilisator im Objektiv gibts bei: Canon und Nikon.

Welche Klasse?

Einsteiger oder gleich eine richtige „Flinte“? Wenn man noch nie eine SLR benutzt hat, ist man mit sehr teuren DSLRs meist etwas überfordert. Erschlagend die Optionen, erdrückend, die Möglichkeiten. Der Einstieg gleich in die Semi-Profi-Klasse birgt einen gewissen Frust-Faktor. Insbesondere, da bspw. bei Canon allein der „nackte“ Body schon um die 800 Euro (aktuell: EOS 50D) kostet.

Meiner Meinung nach bringt ein teurer Body auch nur in den Händen professioneller Fotografen etwas. Ein Einstegier reizt bspw eine Canon EOS 50D nicht mehr aus, als eine Canon EOS 550D. Völliger Unsinn ist es, eine Anfänger eine EOS 7D in die Hand zu drücken oder noch mehr.

Dann lieber ein bisschen mehr fürs Objektiv ausgeben!

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