Orthys Kaffeeguide

Der Einkaufs-Ratgeber

Philips HD 7740
Philips HD 7740

Maschinenkauf

Filtermaschine
Solls ein Wasserkocher sein, so sollte er einfach nur schnell sein. Das sind Kocher für 10 Euro nicht. Wichtig ist, dass der Kocher eine Station hat und nicht mit dem Kabel herumgehoben werden muss.
Eine “klassische” Filtermaschine gibt es in 2 Varianten.
1. Mit “Herdplatte”
Hier ist der Nachteil, dass bei 90% der Maschinen der Herd nicht aus geht. Ergebnis kann auch mal ein Wohnungsbrand sein. Man sollte beim Kauf also darauf achten, dass die Maschine selbständig abschaltet.
Ein Nachteil dieser Warmhaltemethode ist natürlich, dass der Kaffee bitter wird und “verdunstet”.
2. Mit “Thermoskanne”
Hier sollte unbedingt auf die Qualität der Theromoskanne geachtet werden. Die Doppelwand sollte wasserdicht sein, die Kanne Spülmaschinengeeignet (so vorhanden). Viele leute mögen den angeblichen “Thermoskannegeschmack” nicht. Dieser resultiert aber häufig aus billigen Blecheinsätzen als Behälter. Kaffe und Metalle “reagieren” miteinander. Es ergibt sich ein “Blechgeschmack”. Eine gute Kanne hat einen Glaseinsatz. Also beim Kaufen: Kanne aufschrauben und rein schauen.
Kauftipp: Ich persönlich habe mir voller Freude die Philips HD7740 gekauft. Ein schönes Gerät, da es einen “normale” Kaffeevollautomaten mit einem Mahlwerk verbindet. Durch die Vorwahl von Tassenanzahl und “Stärke” hört hiermit auch die Pulververschwendung auf. Ferner muss man nur noch den Filter entsorgen und neue Bohnen (wie bei Espressomaschinen) und Wasser einfüllen und erhält nach wenigen Handgriffen und innerhalb kurzer Zeit Filterkaffee aus frisch gemahlenen Bohnen.
Das Rad mit der „Stärke“: Ob es nun „Aromwahlschalter“, oder „Kaffeestärkeregulierung“ oder sonstwie heisst, es macht an der Filtermaschine nur eines: Die Größe des „Lochs“ am Filterhalter regulieren und dadurch die Durchflussmenge und -geschwindigkeit des Wassers. Je länger das Wasser in Kontakt mit dem Kaffee bleibt, desto stärker wird dieser, nimmt jedoch mehr Säure und Bitterstoffe auf. Mein Tipp: Da das sehr individuell bei jeder Maschine ist, immer mit einer Standardmenge Wasser und Kaffee anfangen (bspw 6 Tassen / 3 große EL Kaffee) und immer dem selben Kaffee. Bei 1/4 Durchflussmenge (stark) starten und immer weiter abschwächen bis der Lieblingskaffee nicht mehr bitter ist.
Es ist kein „Kaffeesparrad“, welches einem die Pulvermenge erspart. Ein guter Pott Kaffee braucht einen Esslöfel Pulver.

Mokka

Hier gibt es ganz verschiedene “Systeme”. Der Klassiker ist das von “Bodum” verbreitete – damit fährt man sehr gut. Die “Königsberger Kanne” mit Keramikfilter zählt für mich auch in diese Richtung, auch wenn andere sagen, es ist Filterkaffee.

Das “gesparte Geld” kann man in eine Kaffeemühle stecken. Mit frisch gemahlenen Bohnen schmeckt dieser Kaffee gigantisch – hat aber auch den mit weitem Abstand höchsten Koffeeinanteil!

Espresso-Vollautomat

Hier kenne ich mich schon deshalb nicht aus, da ich privat mir so ein Ding niemals kaufen würde. Die “billigen” Geräte für unter 200 Euro haben nicht das ewige Leben, ihre Pumpen erzeugen nicht genug Druck, was sicha uf die Espresso-Qualität auswirkt. Wer wirklich 400 Euro und mehr für so eine Maschine übrig hat, sollte einmal 4 Wochen lang versuchen immer nur Espresso oder Espresso-Basierenden Kaffeee bspw. in einem Café zu trinken. Wenn er ihn dann wirklich noch toll findet, kann er bedenkenlos zur Maschine greifen.

Pad-Maschine / Kapselmaschine

Ich persönlich habe die Pads schlichtweg über. Als es bei mir so weit war, habe ich die Pads “selber gemacht”. Hierzu gibt es Pads zum selbstbefüllen aus Plastik (bspw. von Melitta). Diese sind abwaschbar (eine ähnliche Sauerei wie bei den “Kaffeequetschen”). Hierdurch egalisiert sich der größte Nachteil – der hohe Kaffeepreis. Auch gibt es hierdurch mehr Flexibilität und Abwechslung. Mir ist allerdings aufgefallen, dass es beinahe egal war welchen Kaffee ich in diese Pads füllte, der Kaffee schmeckte irgendwann immer gleich (shice).
Selbst mein Lieblingskaffee (Afrikanischer) schmeckte mir nicht mehr. Auf jeden Fall sind die selbst befüllten Pads besser, als die gekauften.
Zum Befüllen. Die Pads sollten zu gut 2/3 voll sein mit lockerem, nicht zu fein gemahlenem Kaffeepulver. Niemals so ein Pad vollstopfen. Das packt die Pumpe dann nicht mehr und geht kaputt. Vermutlich liegt hier auch der Grund, warum die Garantie der Maschinen nichtig ist, sollte Philips dies heraus bekommen! Also: ACHTUNG! GARANTIE DER MASCHINE VERFÄLLT!
Ein solches Pad reicht je nach Kaffeesorte für einen zu 2/3 befüllten Pott.

Tipps zum Kaffee

Für Filtermaschinen eigenet sich praktisch alles, außer Espressobohnen. Die schmecken wie die Faust aufs Auge.
Kaffee gehört niemals in Kontakt mit Metallen. Stahltassen, Blechbehälter für das Pulver, Thermoskannen mit Blecheinsätzen, Pad-Dosen,… das ist alles großer Mist. Am besten macht siche ine einfache Frischhaltedose aus Plastik.
Kaffee muss nicht unbedingt kühl gelagert werden. Ist Kaffee luftdicht verschlossen reicht das. Nur wenn er sehr lange gelagert wird, dann macht Kühlen Sinn. Im Gegenteil! Fertig gemahlener Kaffee absorbiert Aromen aus der Luft wie ein Schwamm wasser. Riecht es im Kühlschrank mal nach Fisch, schmeckt der Kaffee bald auch danach. Darum schmeckt der Kaffee in Imbissbuden häufig nach Frittierfett (lecker…).
Billiger Kaffee ist nicht billig. Der 2,79 Euro das Pfund Kaffee “Melange aus irgendwas” aus dem Supermarkt taugt nichts. Die Bohnen mögen ja schon billigste Sorte sein, doch darf in Melange auch 3% anderes “Zeug” und glaube mir, das kommt da auch rein! Bei kaum einen anderen Getränk schmeckt man jedoch so heraus, wenn es nicht Sortenrein ist. Gute Bohnen und keine Beimischungen machen das Pulver auch ergiebiger. Also: lieber weniger Pulver in die Maschine von gutem Kaffee, als viel Pulver von gemahlener Hamsterkacke.
Es gibt Kaffeesorten. Nicht nur “Espresso” und “Normal”. Afrikanische Mischungen sind bspw. sehr vollmundig mit einer leichten Schokoladennote (nein, das ist nicht rassisistisch gemeint!), südamerikanische Mischungen sind sehr würzig und bspw. indischer Kaffee hat viel Säuren.
Häufig schmeckt Kaffee “neben dem Mainstream” besser. Die Krönung an Jakobs Krönung ist für mich, dass da Kaffee auf dem Päckchen steht. Dallmayers Prodomo, ist echt nur für zuhause und wenn kein Besuch kommt, Tchibos feine Milde riecht meiner Meinung nach schon beim Aufmachen der Vakuumverpackung nicht wie Kaffee… ich könnte noch viele Missetäter nennen, aber jeder von den hier genannten hat auch Super-Sorten. Tchibos “Privat Kaffees” bspw. sind sehr gut (aber teuer).
Schlimmer finde ich jedoch die Supermarktkaffees. Aldi hat nicht einen genießbaren Kaffee im Angebot und die “Markenkaffees” von “Ja” und “Gut und Günstig” scheinen aus der selben Bude zu kommen. Sie schmecken in etwa wie gemahlene Eichenborke mit Eichhörnchenkot.
Ich ärgere mich deshalb so, da ich der festen Überzeugung bin, dass die nicht so schmecken müssten.
Tipp: In Onlineshops nach Probierpaketen stöbern. Da gibt es immer günstig guten Kaffee :-).