Orthys Kaffeeguide

Zusammenfassung

Nackte Zahlen – keine geschmackliche Betrachtung

Wie erwähnt sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar.
Fangen wir bei Faktor Zeit an:
  • Filterkaffee aus der Maschine: 30 Sekunden
  • Türkischer Kaffee: rund 46 Sekunden
  • Esprsso: Rund 25,5 Sekunden
  • Kaffeepad-Kaffe: 19 Sekunden
Doch die Zahlen trügen! Bei einer Filterkaffeemaschine muss man nicht standing eine neue Tasse darunter stellen. Mann muss nicht dabei bleiben und kann mühelos auch 6 Pötte produzieren. Bei der Padmaschine wird die Produktion von 6 Pötten schon zur Fleißarbeit.
Zur Fleißarbeit wird es beim Filterkaffee, wenn es denn nur eine Tasse sein soll. Hier stößt diese Idee an ihre Grenzen.
Ähnlich ergeht es der Espressomaschine. Hier fällt jedoch der Padwechsel flach. Meist ist jedoch der Auffangbehälter voll ;-).
Türkischen Kaffee kann man theoretisch putzeimerweise herstellen. Der Faktor Zeit reduziert sich hier. Ein Putzeimer Espresso… braucht viiiiel Zeit ;-).
Der Materialpreis:
Dieser variiert natürlich nach gewünschter Qualität. Für das Pfund Kaffee 5 Euro, das ist ein guter Kaffee. Man kann wiederverwendbare Filter nehmen und eine noch billigere Maschine. Doch geht es hier auch um Kaffee in einer ordentlichen Qualität – halt so ordentlich, wie es nach jeweiliger Methode geht.
  • Filterkaffee: 11,05 Cent
  • Türkischer Kaffee: 8,68 Cent
  • Espresso: 12,3 Cent
  • Pad/Patone: 50,5 Cent
Dies räumt, so glaube ich, mit einigen Klischees auf.
Eines davon: Espresso ist teuer – Geht man von 10.000 Tassen aus, ist Espresso nicht viel teurer als normaler Filterkaffee. Jedoch, trinkt man am Tag gute 3 Pötte sind das 3.333 Tage – also fast 10 Jahre! Beim Espresso ist jedoch die Maschine und deren Gemeinkosten “das teure” mit immerhin rund 30% Kostenanteil – selbst bei einer Umlage auf großzügige 10.000 Tassen.

Das macht klar: Espressomaschinen sind was für “reiche” oder jene die wirklich sehr viel Kaffe trinken und dabei Espresso lieben.
Der Mischpreis:
Kaffeesatzlesen, mehr ist es nicht. Doch in einer Zeit wo die Deutschen “schnell mal ‘n Kaffee” wollen, ist der Zeitfaktor nicht irrelevant. Rechnet man diesen mal in “Geld” um, stellt sich das inklusive Material so dar:
  • Filterkaffee: 18,5 Cent zu 30 Sekunden
  • Türkischer Kaffee: 19,35 Cent zu 46 Sekunden
  • Espresso: 18,9 Cent zu 25,5 Sekunden
  • Pad/Patrone: 54,8 Cent zu 19 Sekunden
Man sollte meinen der Türkische Kaffe ist der Preis/Leistungs-Sieger. Aber nitnichten! Espresso, türkischer Kaffee und Espresso schenken sich nichts!
Einzig die Pad-Maschinen können den Zeitsieg für sich verbuchen, allerdings zu einem Preis, der selbst wenn sich die Padpreise halbieren als sinnlos erweist!

Fazit

In erster Linie zählt der Geschmack. Wer Filterkaffee mag, hat den Vorteil einen Kaffee zu machen, der sich ab 3 Pötte aufwärts durchaus schnell und bequem machen lässt, so er nicht frisch gemahlen sein muss. Sobald dies sein muss, wird es eng!
Für die schnelle Tasse zum Frühstück geht das noch gerade so. Wennd as Mahlen dazu kommt schon nicht mehr. Wenn man Besuch hat und ganze Kannen schnell und komfortabel machen muss, dann ist das nicht nur die beste, sondern beinahe die einzige Methode. Großesr Pluspunkt auch: Filterkaffee ist der Kaffee, wie er in Deutschland am meisten getrunken wird – er trifft den Massengeschmack!
Wer wirklich alle Aromen im Kaffe will und wem es schmeckt, der besorgt sich eine Pressstempelkanne. Das Reinigen ist eine Sauerei (daher auch der Zeitliche Nachteil, denn nach jeder Ladung geht das Reinigen von Vorne los), der Geschmack nicht jedermanns Sache.
Das Problem ist auch, der Kaffee muss sich setzen. Wer morgens nur schnell einen Kaffee will, dem ist das meist zu viel durcheinander.
Espresso: Aufstehen, einschlaten, Tasse drunter und Knopf drücken. Nach dem Zähneputzen steht da ein Kaffee. Für die “schnelle Tasse am Morgen” ist das genau richtig – wenn man den Espressogeschmack mag. Ich persönlich hatte ihn nach einem Jahr schon satt und kann bis heute nicht mehr ran. Blöd, denn so eine Maschine sollte schon 10.000 Pötte halten, damit sie sich “lohnt”.
Noch schneller: Die Padmaschine. Highend in Geschwindigkeit und Peis. Pad rein, Tasse drunter und “Feuer frei!”. Es lohnt gar nicht ins Bad zu gehen, denn schon nach wenigen Sekunden hat man eine Tasse Kaffee. Ideal für die “schnelle Tasse” am Morgen oder zwischendurch. Dieses System hat prinzipiell zwei große Mankos. Zum einen ist es teuer, egal wie man es dreht, zum anderen steht und fällt das System mit der Sortenauswahl. Ich selbst besaß drei Jahre eine Senseo. Irgendwann schmeckte der Kaffee immer gleich. Nach 3 Jahren war der Druck der Pumpe runter, die Maschine an Stellen versifft, wo man nicht ran kam. Blöd!

Eine Antwort auf „Orthys Kaffeeguide“

  1. zu Kaffeeguide:

    Als Kaffeeliebhaber muss ich dazu antworten, wahrscheinlich weil ich fast kein Bier trinke oder höhergeistige Getränke…
    Für meinen Kaffee benutze ich, wie Oma, eine Kaffeemaschine. Dazu mahle ich frisch kurz vorher Espressobohnen 100% Arabica, die ich in die Filtertüte kippe.
    Nach dem Durchlauf nehme ich den Kaffeepot und befülle ihn
    zu 1/4 mit heisser Milch und kippe den Kaffee darauf. Etwas Zucker dazu erfreut mich das Getränk während des Frühstücks.
    Die Kaffeebohnen male ich recht fein, fast wie beim Espresso. Nehme aber nur drei gehäufte Kaffeelöffel für zwei Pötte.
    Beim Espresso nehme ich noch feiner gemahlene Espressobohnen und benutze ausschliesslich eine handbediente italienische Espressokanne, wie die Menschen das in Apulien heute noch machen.
    Diese Art Kaffee geniesse ich täglich in höchsten Zügen. Allerdings nehme ich mir dazu Zeit. Man kann nur geniessen, wenn man sich Zeit nimmt.
    Auch während meiner Berufstätigkeit nahm ich mir morgens die Zeit, um den Kaffee zu geniessen. Als Ruheständler ist es nun nicht viel anders.

    Der Verfasser des Kaffeeguide leidet nach meiner Ansicht sehr unter Zeitmangel, weil er immer auf der Jagd nach Schnäppchen ist. – Kaffeepads sind undiskutabel. Sie sind nur teuer und von miesem Geschmack. Wer soetwas benutzt beschädigt die Kaffeekulter.

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