Orthys Kaffeeguide

Espresso

Espresso kommt aus der Espresso-Maschine (welche große Erkenntnis!). In den teuren Maschinen werden hier „on the fly“ die Bohnen gemahlen, in einen Filter verbracht und heißes Wasser mit möglichst hohem Druck durchgepresst.
Geschmack: Es werden vor allem hierbei die Kaffeearomen frei und etwas Kaffeefett. Die Bitterstoffe, welche am Längsten brauchen, aus dem Pulver zu entweichen, bleiben beinah komplett zurück. Übrigens auch das Koffein – entgegen anders lautender Gerüchte. Espresso ist also nicht so belebend, aufgrund des hohen Koffein-Gehalltes, sondern der vielen Aromen. Meist wird Espresso nur in Kleinstmengen von 0,1 bis 0,2 Litern getrunken. Manchmal wird er dann mit etwas heißem Wasser zu einer Kaffeetasse aufgegossen. So erhält man einen Kaffee mit Espressoaroma.
Tipps: Ein guter Espressovollautomat kostet rund 400 Euro. Den sollte man sich wirklich nur anschaffen, wenn man Espresso liebt, denn auch der „normale Kaffee“ aus diesen Automaten hat natürlich die Espresso-Aromen.
Bei den Bohnen nicht sparsam sein. Die meisten Espresso-Bohnen sind Schund. Ich persönlich bevorzuge jene von Segafredo. Sie schmecken. Normale Kaffeebohnen sind eigentlich ungeeignet, da sie andere Sorten enthalten und weniger stark geröstet sind. Jedoch „Mischen“ lohnt sich. Ausprobieren!
Bekannte Sorten sind: Diemme, Mauro, Izzo, Costadoro, Nannini, Mokaflor,Lavazza… es gibt dutzende.
Espresso-Trinker „spielen“ mit ihrem Kaffee. Sie suchen die perfekte Mischung… wer Kaffee zum Hobby hat :-).
Kosten:
Zwar kommt kein normaler Kaffee zum Einsatz, die Kosten für Espresso-Bohnen sind aber ähnlich.
Material:
8,3 Cent (Pulver) + 4,0 Cent (Maschine) = 12,3 Cent
Zeit:
Die meisten Maschinen nehmen für 20 Pötte die Bohnen auf, manche auch nur die Hälft. Auch für 20 Tassen Wasser passen immer rein, wenn sie nicht sogar einen Wasseranschluss haben. Ein Problem ist das „Zeromon“ beim Einschalten, da die großen Maschinen sich oft erst einmal 30 Sekunden lang selbst reinigen (vor dem ersten Pott) – also 10 Sekunden/Pott. Wenn sie sich nicht gerade selbst reinigt, müssen Kaffeereste aus dem Auffangbehälter entfernt werden (meist jeder 10. Pott, das geht aber schnell) und so alle 1000 Pötte auch mal das Mahlwerk gereinigt . Ich veranschlage mal frech 2 Sekunden.
  1. Selbstreinigung = 10 Sekunden
  2. Kaffeebohnen in Maschine 12 Sekunden/20 Pötte = 0,6 Sekunden
  3. Wasser in die Maschine 15 Sekunden/20 Pötte = 0,75 Sekunden
  4. Tasse drunter und einschalten = 2 Sekunden
  5. *brrrrrrrr…* *zisscchh* …. = 10 Sekunden
  6. Auffangbehälter leeren, Maschine reinigen = 2 Sekunden.
= 25,35 Sekunden
Gesamtkosten:
12,3 Cent Material + 6 Cent „Zeitkosten“ = 18,9 Cent
Auch nicht teuer!
Vorteile:
25,35 Sekunden und davon 10 Sekunden „Selbstreinigung“ die mit jedem weiteren Pott dahin schmelzen. Netto ist also jede Tasse in 16 Sekunden fertig – Schneller geht es nicht (wenn der Automat schon an ist!)
Nachteile:
Auch Espresso hat man schnell mal „über“ und keine Option auf geschmacklichen Wandel – außer bei der Bohnenwahl.

Variante: Senso und Co. – Filterpads und Kapseln

Das Prinzip ist „Quick and Dirty“. Wasser rein, Pad in den Filterhalter, Tasse drunter und Knöpchen drücken. Mit Druck wird dann „Durchlauferhitzte“ Wasser durch das Pad in die Tasse geschickt.
Das geht schnell, ist unkompliziert und oben drauf bildet sich ein „Schaum“ – die Crema.
Geschmack: Dieser Schaum ist im weitesten Sinne das Kaffeefett, welches es schnell ausschwemmt und durch Hitze und Druck aufschäumt. Es gibt Leute die lieben diese Kaffee-Creme. Gesund ist sie nicht ;-).
Tipps:
Gut an diesen Maschinen ist, dass sie mittlerweile gerade einmal 50 Euro kosten. Mit echtem Espresso haben sie wenig zu tun, schmecken aber ähnlich. Sie binden oft den Kunden an das System.
Technisch unterscheiden große und kleine „Senseos“ sich nur in er Ausstattung. Wer wirklich nur Kaffee will, da reicht die kleine.
Die Maschine sollte recht regelmäßig gereinigt werden. Der Wassertank ist Spülmaschinenfest.
Sollte die Maschine kein Wasser melden, obwohl welches darin ist, bzw. die „Doppeltasse“ nicht mehr möglich sein, sind die Schwimmer im Tank verklemmt, versifft oder defekt.
Als Reiniger eignet sich am besten „Zitronensäure“. Essig-Essenz ist zu scharf und ruiniert Mechanik und Pumpe. Die angeblich „speziellen“ Reinigertabs von Philips sind nicht nötig.
Kosten:
Material:
50 Cent/Pott + 0,5 Cent Maschine = 50,5 Cent
Zeit:
Dies verhält sich analog zum Espresso. Vorteil bei diesen Maschinen. Sie haben weder Mühle noch Selbsreinigung (unwichtig, ohne Mühle). Die Reinigung ist leicht. Pad/Kapsel aus dem Halter in den Müll, neues Pad rein. Fertig! Auch Wasser nehmen sie meist für alle 3 Pötte auf.
  1. Altes Pad raus, neues rein – 5 Sekunden
  2. Wasser in die Maschine 12 Sekunden/3 Pötte = 4 Sekunden
  3. Tasse drunter und einschalten = 2 Sekunden
  4. *gurgel… rausch… zisch* = 9 Sekunden
In unschlagbaren 20 Sekunden ist der Kaffee fertig.
Gesamt:
50,5 Cent + 4,3 Cent „Zeitkosten“ = 54,8 Cent.
Vorteile:
  • 19 Sekunden ist rekordverdächtig
  • Kaffeepadmaschinen sind schnell und kosten nicht mehr als eine vernünftige Filterkaffeemaschine
  • Es ist nicht nur schnell, sondern auch sehr komfortabel
Nachteile:
  • Teurer – kann man seinen Kaffee kaum brauen
  • Die Bindung an das “Pad” oder “Patronensystem” bedeutet die Bindung an die Auswahl an Kaffee

Eine Antwort auf „Orthys Kaffeeguide“

  1. zu Kaffeeguide:

    Als Kaffeeliebhaber muss ich dazu antworten, wahrscheinlich weil ich fast kein Bier trinke oder höhergeistige Getränke…
    Für meinen Kaffee benutze ich, wie Oma, eine Kaffeemaschine. Dazu mahle ich frisch kurz vorher Espressobohnen 100% Arabica, die ich in die Filtertüte kippe.
    Nach dem Durchlauf nehme ich den Kaffeepot und befülle ihn
    zu 1/4 mit heisser Milch und kippe den Kaffee darauf. Etwas Zucker dazu erfreut mich das Getränk während des Frühstücks.
    Die Kaffeebohnen male ich recht fein, fast wie beim Espresso. Nehme aber nur drei gehäufte Kaffeelöffel für zwei Pötte.
    Beim Espresso nehme ich noch feiner gemahlene Espressobohnen und benutze ausschliesslich eine handbediente italienische Espressokanne, wie die Menschen das in Apulien heute noch machen.
    Diese Art Kaffee geniesse ich täglich in höchsten Zügen. Allerdings nehme ich mir dazu Zeit. Man kann nur geniessen, wenn man sich Zeit nimmt.
    Auch während meiner Berufstätigkeit nahm ich mir morgens die Zeit, um den Kaffee zu geniessen. Als Ruheständler ist es nun nicht viel anders.

    Der Verfasser des Kaffeeguide leidet nach meiner Ansicht sehr unter Zeitmangel, weil er immer auf der Jagd nach Schnäppchen ist. – Kaffeepads sind undiskutabel. Sie sind nur teuer und von miesem Geschmack. Wer soetwas benutzt beschädigt die Kaffeekulter.

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