Orthys Kaffeeguide

Bodum
Bodum

Türkisch (Mokka)

Im Grunde ist es sehr einfach. Tasse, Kaffee rein und heißes Wasser aufgießen. Setzen lassen und trinken bis man Körner am Zahnfleisch merkt (uärgs).
Mit den Presstempelkannen geht es besser.
Geschmack:
Mokka enthält praktisch alle Aromen und das gesamte Kaffeefett – was nicht unbedingt gesund ist. Auch die Bitter- und Gerbstoffe bleiben ungefiltert. Das ist nicht jedermanns Sache.
Tipps:
Am besten schmeckt der Kaffee mit relativ grob gemahlenem frischem Kaffee. Pulver „aus der Tüte“, vor allem das billige, führt eher zu zugekniffenen Augen.
Es ist also eine Mühle erforderlich. Hier sollte man darauf achten, dass es sich bei der Mühle um eine mit „Mahlwerk“ (Schnecke) und nicht Schlagwerk (Klingen) handelt.
Um „auszuprobieren“ ob man es mag nehme man einen Wasserkocher und einen Kaffeepott. Dazu guten Kaffee. Den Kaffee in den Pott und das heiße Wasser darauf und kurz umrühren (nicht so dolle!). Den Kaffee sich dann 2-3 Minuten setzen lassen und probieren. Schmeckt einem das Erzeugnis, kann man sich eine Pressstempelkanne kaufen.
Nach der Setzzeit von 4 Minuten kann der Filterstempel nach unten gedrückt werden.
Hat nix mit Moccafix zu tun oder irgend welchen Mokkamischungen. Diese unglückliche Namensgebung kommt daher, dass man Filterkaffee dummerweise in der „Ehemalschen“ gerne jeder Art von Bohne eingemischt hat. Beispielsweise auch die verbreitete „Rustica“. Diese wiederum ist aber für den typischen Mokkageschmack im Mokka verantwortlich und so bekamen viele Filterkaffees irgendwelches „Mokka“ im Namen.
Und noch eines lernen wir daraus: Rustica ist eine super Bohnensorte, wenn man Mokka herstellen möchte. 50:50 mit Arabica gemischt sollte ideal sein!
Sieht man beim Kauf sofort: Je dunkler die Röstung, desto besser :-).
Kosten:
Es benötigt an sich keine besonderen Gerätschaften, doch rate ich persönlich zu der Anschaffung von zwei Pressstempelkannen. Eine für einen Pott, eine für einen Liter. So eine Kanne ist nicht teuer, so sie nicht vom Markenhersteller stammt. Für beide Kannen zusammen kann man 10 Euro veranschlagen. Also nur 1 Cent pro Pott.
Die Materialkosten verhalten sich also weitgehend analog zum Filterkaffee – jedoch empfehle ich hier stets, etwa 10% weniger Pulver hinein zu tun, sonst wird er recht stark.
Ferner muss man damit rechnen, dass man die Kanne auswaschen muss, was eine eklige Sauerei ist, da die Pulverkrümel sich nicht alleine in der Kanne, sondern auch im Stempel überall festsetzen. Hier kann man getrost von 2 Minuten ausgehen.
Material:
8,58 Cent (Pulver inkl. 15% Verschwendung) + 0,1 (Pressstempelkanne) = 8,68 Cent / Pott.
Zeit:
  1. Wasser in den Kocher und erhitzen – ca 15 Sekunden
  2. Wartezeit entsteht nur beim Aufkochen des Wassers, was je nach Wasserkocher in 2 Minuten erledigt sein kann – 10% entsprechen 0,2 Minuten = 12 Sekunden
  3. Pulver in die Kanne – ca. 12 Sekunden
  4. Aufgießen (4 Minuten warten) und Pressen – ca. 10 Sekunden
  5. Reinigung der Kanne – ca. 60 Sekunden
Ergeben sich also für alle 3 Pötte eine Zeit von 139,0 Sekunden – 0,77 Minuten Pro Pott.
Gesamkosten:
8,68 Cent Material + 10,97 Cent „Zeitkosten“ = 19,65 Cent / Pott
Etwa genauso viel, wie beim Filterkaffee.
Vorteile:
  • Wirklich günstig!
  • Auch für Mengen von nur 1 Pott geeignet
Nachteile:
  • Mittelmäßig schnell, da die Reinigung der Kanne eine Sauerei ist
  • Das Pulver schwebt auch mit Presstempelkanne im Kaffee/
  • (Sehr eigenes Aroma – Geschmacksache)
  • Schmeckt wirklich nur mit gutem Kaffee, sonst wird es eklig

Eine Antwort auf „Orthys Kaffeeguide“

  1. zu Kaffeeguide:

    Als Kaffeeliebhaber muss ich dazu antworten, wahrscheinlich weil ich fast kein Bier trinke oder höhergeistige Getränke…
    Für meinen Kaffee benutze ich, wie Oma, eine Kaffeemaschine. Dazu mahle ich frisch kurz vorher Espressobohnen 100% Arabica, die ich in die Filtertüte kippe.
    Nach dem Durchlauf nehme ich den Kaffeepot und befülle ihn
    zu 1/4 mit heisser Milch und kippe den Kaffee darauf. Etwas Zucker dazu erfreut mich das Getränk während des Frühstücks.
    Die Kaffeebohnen male ich recht fein, fast wie beim Espresso. Nehme aber nur drei gehäufte Kaffeelöffel für zwei Pötte.
    Beim Espresso nehme ich noch feiner gemahlene Espressobohnen und benutze ausschliesslich eine handbediente italienische Espressokanne, wie die Menschen das in Apulien heute noch machen.
    Diese Art Kaffee geniesse ich täglich in höchsten Zügen. Allerdings nehme ich mir dazu Zeit. Man kann nur geniessen, wenn man sich Zeit nimmt.
    Auch während meiner Berufstätigkeit nahm ich mir morgens die Zeit, um den Kaffee zu geniessen. Als Ruheständler ist es nun nicht viel anders.

    Der Verfasser des Kaffeeguide leidet nach meiner Ansicht sehr unter Zeitmangel, weil er immer auf der Jagd nach Schnäppchen ist. – Kaffeepads sind undiskutabel. Sie sind nur teuer und von miesem Geschmack. Wer soetwas benutzt beschädigt die Kaffeekulter.

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