Orthys Kaffeeguide

Filterkaffeeherstellung

Das kennt man. Entweder eine Maschine mit Filtertüteneinsatz. Das Wasser wird auf Temperatur gebracht und durch einen Filter mit Kaffee darin in eine Kanne tropfen gelassen. Puristen machen das auch gerne von „Hand“ (Wasserkocher) und nutzen die „Karlsbader Kanne“ (Keramikfilter), Wendekanne(wobei diese Methoden für mich eher „türkisch“ sind).
Tipps:
Kenner nehmen keinen Papierfilter sondern bspw. Einen „Goldfilter“ (aus Plaste) zum wiederabwaschen. Es ergibt übrigens einen ganz anderen Geschmack, ob man relativ grob gemahlenen Kaffee in einem Goldfilter, oder recht fein gemahlenen Kaffee in einem Papierfilter nimmt.<br>
Die „Goldfilter“-Methode ist besonders für frisch gemahlenen, guten Kaffee das Sahnehäubchen. Durschnittskaffee wird dadurch auch nicht besser und gehört in den Papierfilter.<br>
Espressobohnen sind komplett ungeeignet für Filterkaffee, welcher in der Regel aus Arabica-Kaffeebohnen (Bergkaffee-Sorten) besteht. In den Filtertüten schmeckt auch praktisch nur diese Sorte. Einzig im Goldfilter kann man auch schon mal andere Sorten probieren.<br>
Das „Handaufgießen“ vom Wasserkocher in einen Filter gilt als die beste Methode der Herstellung. Das bekommt so keine Maschine hin. Heißes Wasser langsam in 10-Sekunden-Schüben. Erst nachgießen, wenn auf dem Kaffepulver nur noch ein leichter Glanz zu sehen ist. Es sollten sich quasi kaum „Pfützen“ bilden, die keinen direkten Kontakt zum Pulver haben… *hüstel*.
Geschmack:
Bei Verwendung eines Papierfilters werden Kaffeefette und Bitterstoffe weitgehend herausgefiltert. was auch den großen geschmacklichen Unterschied ausmacht. Alle anderen Aromen werden sehr umfassend „ausgewaschen“, da das Wasser im Filter für mehrere Sekunden im Kontakt mit dem Pulver bleibt.
Heraus kommt meist ein geschmacklich leichter, oft nicht bitterer Kaffeegeschmack. Würze, Schwere und Aroma halten sich die Waage.
Kosten:
Preiswert, da ein Wasserkocher für 5-6 Euro und ein Filtertütenhalter für 1 Euro und eine 100er Packung Tüten an „Equipment“ reicht. (und natürlich ein Auffangbehäter wie bspw. die Kanne).
Es gibt auch schon für 10-15 Euro passable Kaffeemaschinen aus der Plastefabrik. Bessere Maschinen können bis zu 150 Euro kosten.Eine Maschine der Klasse „richtig gut“ liegt bei 50 Euro. Mehr aber ist blanker Luxus. Wir haben also auf die ersten 10.000 Tassen je 0,5 Cent „Gemeinkosten“.
Die „Verschwendung“ entsteht, wenn man nur eine Tasse braucht. Es benötigt immer einen Filter und die Dosierung für genau eine Tasse fällt schwer. Ferner schmeckt Filterkaffee für eine Tasse gebrüht schlicht nicht, da, meiner Meinung nach, die Kaffeemenge für einen Pott Kaffee von einem gehäuften Esslöffel einfach nicht ausreicht. Man muss also mindestens 2 Pötte machen. Ich wage zu behaupten, dass rund 15% des in Filtermaschinen gebrauten Kaffees einfach nur weg fliegen.
Material:
9,55 Cent (Pulver inkl. 15% Verschwendung) +0,5 Cent (Maschine) + 1,0 Cent (Filtertüte) = 11,05 Cent / Pott
Zeit:
Um unsere 3 Pötte zu kochen brauchen folgende Arbeitsschritte:
  1. Wasser in die Maschine – ca. 15 Sekunden
  2. Filtertüte einsetzen – ca. 12 Sekunden
  3. 3 Löffel Kaffee in die Maschine – ca. 12 Sekunden
Nach rund einer halben Minute sind wir feritg.
Die Wartezeit kann man bekanntlich überbrücken, daher werden wir diese nur mit 10% einrechen.
Je nach Methode und Maschine dauert es etwa 4-5 Minuten, bis die 3 Pötte fertig sind.
Somit benötigen wir für die Drei Pötte recht genau eine Minuten – macht 20 Sekunden pro Pott.
Die Reinigung besteht aus dem Wegwerfen des Filters und dem Auswaschen der Kanne mit klarem Wasser. Dies dauert ca 30 Sekunden und somit rund 10 Sekunden pro Pott.
Alle 1000 Tassen sollte man auch einmal die Maschine oder den Wasserkocher entkalken. Dies dauert rund 10 Minute und schlägt somit mit 0,01 Minute zu Buche – vernachlässigbar.
Dies ergibt recht genau 0,5 Minuten pro Pott.
Gesamtkosten:
11,05 Cent Materialkosten + 7,1 Cent „Zeitkosten“ (0,5 Minuten) = 18,15 Cent / Pott.
Günstig!
Vorteile:
  • Easy to go. Deppensicher.
  • Für Mengen von 0,5 bis 4 Liter geeignet und dann auch schnell
Nachteile:
  • Mittlere Geschwindigkeit pro Tasse rund 2-3 Minuten und für Kleinstmengen wie 1-2 Tassen zu aufwändig.
  • Man neigt dazu „Kaffee im Voraus“ zu brauen, welcher dann oft kalt, mindestens jedoch bitter wird.