Orthys Kaffeeguide

Kaffee. Deutschlands liebstes Gebräu. Statistisch noch vor dem Bier. Seit Jahren suche ich nach „dem“ Kaffee der wirklich schmeckt. Vielleicht mache ich etwas falsch. Vielleicht ist aber Kaffee auch konsequent schlechter geworden?
 
 
 

Kaffee – Wie er sein muss

Wir haben einen Sonntag im „spießigen Westen“ im Jahr 1985. Im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses duftet es. Noch vor zwei Stunden erfüllte Bratenduft den Hausflur, jetzt erfreut frisch gebrühter Kaffee und Gebäck die Nase.
Wir schreiben das Jahr 2011. Im Treppenhaus „duftet“ es nach Bier. Ich weiß nicht, ob überhaupt einer Kaffee macht, aber vor zwei Stunden „erfreute“ noch Tiefkühlpizzaduft die Nase.
Woran liegt das? Trinken die Deutschen keinen Kaffee mehr? Aber natürlich! Der Kaffee-Konsum ist exponentiell gestiegen. Wir trinken mehr Kaffee als Cola oder Bier. Und das obwohl es viele Leute gibt, die gar keinen Kaffee mögen.
Doch heute läuft es anders. So wie der Braten durch die Tiefkühlpizza abgelöst wurde, so wurde der Kaffee durch den „Espresso“ abgelöst… Doch jetzt wird es kompliziert.

Wie wird Kaffee gekocht – und warum nicht mehr?

Ist Espresso kein Kaffee? Natürlich ist er das. Man (ich) unterscheidet eigentlich 3 grundsätzliche Arten Kaffee zu machen:
  1. Gefilterter Kaffee – Maschine, Filtertüte Wasser… wie Oma es gerne tat
  2. „türkischer“ Kaffee (Mokka) – Der Kaffee kommt in das Wasser . Bspw. Bei den „Kaffeequetschen“ von Bodum. (Presstempelkanne)
  3. „gepresster“ Kaffee – Das Wasser wird mit Druck durch das Kaffeepulver gejagt – „Espresso; So gesehen in Pad und Espressomaschinen.
Der Trend geht weg vom Filterkaffee, hin zur schnellen Espressomaschine. Der Grund ist einfach: Wir haben keine Zeit – oder wir lassen uns keine. Das sollte man beim ultimativen Kaffeetest beachten!

Der „Wie koche ich Kaffee“-Test

Im Folgenden wollen wir einmal alle Arten vergleiche. Von der Zubereitung über den Geschmack bis zu den „Kosten“.
Letzteres ist schwierig. Da ist davon auszugehen, dass die Anschaffungskosten sich auf die ersten 1000 Tassen verteilen. Dann gehen wir davon aus, dass wir pro „Ladung“ im Schnitt 3 Pötte Kaffee machen.
Wir gehen ferner davon aus, dass man aus einem Pfund guten Kaffees etwa 20 Liter „Filterkaffee“ heraus bekommt, also in etwa 60 Pötte Kaffee. Ein solches Pfund Kaffee lassen wir uns ordentliche 5 Euro kosten – machte einen Tassenpreis von rund 8,30 Cent. In „Pulver“.
Für eine große 48er Pack Kaffeepads (Douwe Egberts für Senseo) zahlt man rund 12 Euro. Für einen „Pott“ braucht man zwei Pads. Dies wiederum macht also 24 Pötte für 12 Euro – 50,0 Cent.
Es gibt sicher billigere – mit zweifelhaftem Ruf.
Bleiben die Kapselmaschinen: Nespresso zum Beispiel. Diese nehmen sich preislich erstaunlich wenig zum Pad-System.
Der Faktor Zeit ist auch relevant. Wie lange dauert es, unsere drei Pötte Kaffee zu zaubern? Wie ist der Reinigungsaufwand hinterher?
Diesen wollen wir in die Kosten einrechnen. Das Durchschnnittseinkommen eines Deutschen lag im Jahr 2010 bei rund 32.000 Euro / Jahr. Bei 163 Stunden Arbeit im Monat sind das rund 16,35 Euro/Stund (Brutto). Netto bleiben rund die Hälfte also etwa 8,50 Euro. Das macht einen Minutenlohn von 14,2 Cent.
Das Wasser und Strom beachten wir nicht.

Eine Antwort auf „Orthys Kaffeeguide“

  1. zu Kaffeeguide:

    Als Kaffeeliebhaber muss ich dazu antworten, wahrscheinlich weil ich fast kein Bier trinke oder höhergeistige Getränke…
    Für meinen Kaffee benutze ich, wie Oma, eine Kaffeemaschine. Dazu mahle ich frisch kurz vorher Espressobohnen 100% Arabica, die ich in die Filtertüte kippe.
    Nach dem Durchlauf nehme ich den Kaffeepot und befülle ihn
    zu 1/4 mit heisser Milch und kippe den Kaffee darauf. Etwas Zucker dazu erfreut mich das Getränk während des Frühstücks.
    Die Kaffeebohnen male ich recht fein, fast wie beim Espresso. Nehme aber nur drei gehäufte Kaffeelöffel für zwei Pötte.
    Beim Espresso nehme ich noch feiner gemahlene Espressobohnen und benutze ausschliesslich eine handbediente italienische Espressokanne, wie die Menschen das in Apulien heute noch machen.
    Diese Art Kaffee geniesse ich täglich in höchsten Zügen. Allerdings nehme ich mir dazu Zeit. Man kann nur geniessen, wenn man sich Zeit nimmt.
    Auch während meiner Berufstätigkeit nahm ich mir morgens die Zeit, um den Kaffee zu geniessen. Als Ruheständler ist es nun nicht viel anders.

    Der Verfasser des Kaffeeguide leidet nach meiner Ansicht sehr unter Zeitmangel, weil er immer auf der Jagd nach Schnäppchen ist. – Kaffeepads sind undiskutabel. Sie sind nur teuer und von miesem Geschmack. Wer soetwas benutzt beschädigt die Kaffeekulter.

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