Computer im Wandel des Jahrzehnts (Update 2)

iPad – Zukunft oder Murks?

Der Gipfel der Technik ist nun das iPad. Auch Apple hat begriffen, dass man den Markt durch „geschicktes Weglassen“ wesentlich besser beeinflussen kann. Das iPad ist nicht die Neuerfindung des Rades, als das es gefeiert wird. Es ist entweder ein Netbook ohne Tastatur, dafür mit Touchscreen, oder aber ein aufgeblasenes iPod. Mehr ist es nicht.
Apple hat es nicht erfunden, sie haben es realisiert. Erfunden hat es ein kleiner Studentenkreis Mitte der 80er Jahre, der von den Produzenten der Serie „Star Trek“ gebeten wurde einfach mal ein paar Geräte zusammenzuspinnen, welche man in der „Nächsten Generation“ zeigen konnte. Ein Ergebnis waren die „Pads“, welche dem iPad wirklich frappierend ähnlich sind.
Jahrelang versuchten sich Hersteller wie Gigabyte und Acer mit Convertibles (Bildschirm um 180 Grad drehbar und so auf die Tastatur ablegbar) und schon viel früher gab es die Tablet-PCs. Doch die hatten drei große Probleme:

  1. Es fehlte die Ideologie. Einen Blidschirm drehen zu müssen war den meisten Anwender schon zu viel. Es überforderte Ihre Fantasie, was man mit so einem „Ding“ anfangen kann
  2. Es klemmte bei der Technik. Es gab schlicht kein sinnvolles Betriebsystem, welches sich mit den Pfoten auf einem verhältnismäßig großen Display (>8“) bedienen ließ. Auch die „kapazitiven Touchscreens für Multitouch“ gab es schlicht nicht. Tablet-PCs wurden mit dem Griffel bedient.
  3. Alle diese Geräte waren nicht von Apple und wurden nie von Steve Jobs in die Kamera gehalte.

 

Kurz mal meine Meinung zum iPad

Das Negative wie gewohnt zuerst: Es ist Schrott! Es ist die größte Kundenverarsche, seit der Erfindung dieser Modellbausätze, die man abonnieren kann, wo man aber selbst nach 2 Jahren noch keinen kompletten Panzer zusammen hat.
Es sieht schick aus, hat ein sensationelles Display und man kann seine iPod-Apps drauf laufen lassen (Ui!). Der Cortex-A8 liefert genug „Futt“ dass ein HD-Video ganz gut darauf läuft und natürlich auch das restliche „Media“. Die Bildschirmtastatur ist gut, der Browser auf dem aktuellen Stand. Man kann damit also surfen, ein bisschen Video gucken, Musik hören und vor allem auch lesen. Auch für einen Blog-Eintrag oder als eBook-Reader ist es einsetzbar. Man Twittert, Facebooked und macht den ganzen restlichen Krimskrams, von dem man sich kaum vorstellen kann, wie die Menschheit ohne ihn die letzten 150.000 Jahre durchgehalten hat. Dank WLAN und UMTS-Modul ist die Großvariante das iPäd wirklich „ultra mobile“ (noch so ein toller Marketing-Blubb). Das große iPad lässt sich Apple mit bis zu 800 Euro bezahlen. An sich für die tägliche 30 minütige Bahnfahrt ideal. Und genau da sehe ich die Dinger immer.
Viel wichtiger zu sehen, was das iPad hat, ist, was es nicht hat. Tastatur, gut, okay. Konzeptuell bedingt nicht mehr da. Speicher? Nein, in das dünne Gehäuse hätte keine 1,8“ mechanische Platte gepasst. 64 GB Flash sind das Limit. USB-Anschluss – ein (1!) ganzer! HDMI-Ausgang, Display-Port o.ä. Nein! Synchronisation via WLAN? Nein! WLAN-Abbrüche mit vielen gängigen Routern? Ja!
Synchronisation mittels irgendetwas anderem außer iTunes? Nein! Daten vom iPad wieder herunter laden? Jain. Interne Kamera für Videotelefonie? Wozu, man kann zwar ne UMTS-Karte rein tun, aber telefonieren kann man mit dem Ding eh nicht? IrDA , um damit bspw. die Stereoanlage zu bedienen… Unsinn! Nicht mal einen Anschluss für irgendetwas davon! Die Hardware kann mehr, doch der Anwender bekommt das, was Apple und Apps ihm bieten. Nicht mehr, nicht weniger.
Wir sprechen hier nicht von Funktionen, die das Gerät überfrachtet und „größer“ gemacht hätten. Nicht von sinnlosen Funktionen, die bspw. sinnloser wäre, als ein elektronischer Kompass. Es hätte wahrscheinlich auch nicht mehr gekostet. Apple wollte das nicht. Schließlich kann man kein teures Zubehör zu einem Gerät verkaufen, dass schon alles hat. Und bald gibt’s das iPad2!
Ein anderes Argument für das „Fehlen“. Das iPad ist ein etwa doppelt so großer iPod. Und halt einfach auch nicht wesentlich mehr.
Vielleicht wäre das alles nicht so aufregend, wäre das iPad nicht in etwa so teuer wie ein „richtiges“ Notebook oder ein sehr schickes Smartphone. Mann, selbst das iPhone4 kriegt man fast fürs selbe Geld!