Links, rechts, blablabla
Die linkische Linke verhält sich nicht rechtens, weil sie etwas anderes will als das, was die Konservativen anstreben. Die Liberalen sitzen zwischen den Stühlen, weil die Neokonservativen es geschaft haben, einen Widerspruch aufzulösen, der eigentlich nicht aufzulösen war, was wiederum die Neoliberalen dazu bringt, noch liberaler zu werden. Das bringt aber keinen Erfolg, weil vor Jahren schon ein sozialdemokratischer Kanzler die Liberalen in der Mitte überholte. Die alltägliche Politik ist an Widersinn kaum noch zu überteffen – willkommen im Heute des Alles-und-Nichts!

Ei, wie die Zeit vergeht, lang ist es her, als
Was dem “Führer” einst nicht gelang, auch nicht mit dem Volksempfänger, schafft der öffentlich-rechtliche Rundfunk spielerisch. Die Domninanz und Omnipräsenz, daherkommend im wohlig-gruseligen Mantel der Dokumentation, des irren Österreichers ist wie ein schwerer Verkehrsunfall: Man weiß, was passiert ist, kennt die Bilder, doch wegschauen kann man nicht. Allabendlich und -nächtlich flimmert eine Doku über den Schirm, was soweit ja wirklich nicht schlecht ist, doch mal eine ohne A.H. zu sehen, kommt einem Sechser im Lotto gleich.
Es ist leider üblich, dass die Jahrenrückblicke noch vor Jahresende erscheinen, im TV flüssig in HD, mit 800 Hertz und Doppelherz dazu, in Druckwerken schwarz auf weiß. Ebenso “normal” ist es, stets die Katastrophen in den Vordergrund zu rücken, am besten noch mit einem persönlichen Touch. Das wärmt das Herz und lässt nostalgische Gefühle sprießen, wie am Ende dann aber der Bogen Richtung einer hoffnungsvollen Zukunft geschlagen werden soll, bleibt offen. Dabei hat das Jahr 2011 doch so wahnsinnig viel Tolles gebracht, es war ein unglaublich gutes Jahr – für alle und jeden und überhaupt!