IVIs Testblog (Teil 22) PDF E-Mail
Hardware
Montag, den 01. Juni 2009 um 13:46 Uhr

Ja, die nächste Schnappszahl ist erreicht und genau wie stark Alkoholisierte so ihre Probleme haben, gibt's auch problematische Reviews - ein neuer Streifzug steht an.

 

Fangen wir mal mit den Helden von HWluxx an, wie viele Seiten bekamen auch sie ein Exemplar des NZXT Beta und wie so viele hielt es auch hier der Tester nicht für notwenig, das Teil überhaupt mal zu testen. Schon das Motto des Tests ist mehr als unglücklich gewählt, denn "Vollausstattung zum Einstiegspreis" passt so gar nicht zum Beta, denn dieser ist eher ein spartanischer Tower, der gerade mal einen einzigen Lüfter beinhaltet, dies wird schlussendlich auch bei "Negative Aspekte des NZXT Beta" kritisiert. Lüftersteuerung, Dämmmatten etc. kennt der Beta nicht, will er auch gar nicht! Apropos "nicht wollen": eine Inbetriebnahme war nicht gewollt, keine Pics zum schicken Aussehen des LED-Lüfters im Betrieb, kein Wort zu dessen Lautstärke oder gar Regelbereich, Temperaturen wurden auch nicht betrachtet, Körperschall juckt auch keinen, die HDD-Entkopplung logischer Weise auch nicht. Das ganze Review ist absolut AFRI!

 

 

Dieses Vorgehen ist normal bei HWLuxx, denn die Panzerbox von NZXT und die Sonderedition Lian Li PC-50 wurden genau so "getestet". Ebensfalls der CM HAF-922. Luxx passt sich hier scheinbar der Klientel an: 15 jährige Kiddies, denen das Taschengeld gestrichen wurde und die sich daher die ebenso oberflächliche Printed-Ausgabe nicht kaufen können.

 

Apropos AFRI: die Hardware-Experten sind ja seit geraumer Zeit echte Spezialisten auf diesem Gebiet, so auch beim InterTech AirMaster, einem der unzähligen Castetek-Tower mit Kleid nach Gusto. Stammleser wissen, dass die HE nicht "testen", daher fehlen in guter alter Tradition natürlich wie üblich Drehzahlen, Temperaturen, Hinweise auf HDD-Entkopplung, Kritikpunkte usw. usf. Was die HE aber auch auszeichnet, ist die Fülle an Bildern. Im Falle des Airmasters gibt es gleich 7 Bilder zu den internen Anschlüssen, öhm, nein, 14, ne, ach 21, stopp! Halt! Sogar 28! Liegt aber auch daran, dass dieser Bildersatz gleich vier mal verwendet wurde. Die Frage ist nun natürlich, warum dies geschah:

[ ] einfach schlampig gearbeitet
[ ] von Kabel und Steckern extrem beeindruckt
[ ] man wusste nicht, was man sonst ablichten soll
[ ] Fünününü!

Das Ganze "scheint" übrigens System zu haben, denn auch beim NZXT Guardian 921 sieht man doppelt, ohne dabei alkoholisiert zu sein.Wer jetzt genau hinschaut, wird feststellen, dass massenweise falsche Links ins Review eingebaut worden sind. Beim Guardian wurde einfach gehaeuse/27-gehaeuse/1117-im-test-inter-tech-it-9909-airmaster als Verzeichnis angegeben - nunja, langweiliges Innenlesen - da fällt sowas eh nicht auf, oder?

 

Verweilen wir noch kurz bei den HE: treu nach der Devise "Denn sie wissen nicht, was sie tun" wurde ein feiner Chipsatzkühler "getestet", leider aber wusste der Tester nicht, dass die Mainboard-Temp des Asus P5B nicht in der NB gemessen wird, sondern an einem kleinem Sensor südwestlich. Man hätte sich natürlich wundern können, dass die Temp trotz des dicken Noctuas nicht signifikant sinkt, der Gewinn von 2° ist ja gerade lächerlich. Aber wenn man sich das Ergebnis mit "Nicht viel, aber immerhin ein klares Ergebnis. Dieses dürfte nicht nur an der guten Wärmeleitung, sondern auch an der Höhe des noctua Kühlers liegen!" schönredet, dann ist das alles kein Wunder.
Betrachtet man sich die letzten Pics, fragt man sich auch, warum eigtl. kein verbauter CPU-Kühler zu sehen ist oder gar ein Pic vom System in Betrieb - hmm, kommt Ihnen, lieber Leser, hier auch die Idee, dass das System gar nicht MIT dem Nocci in Betrieb genommen wurde?

 

Besuchen wir doch mal eine große, populäre Seite: die PCGH nahm sich die "Panzerbox" von NZXT vor, trank dabei eine AFRI-Cola und lieferte einen Test ab, bei dem "irgendwie doch einiges ignoriert wurde".
Einerseits erwähnt man klar, dass die Dämmeigenschaften der Panzerbox eher schlecht sind, dass der Mainboardschlitten nicht eingeschoben werden kann, wenn CPU-Kühler über 16cm Höhe verbaut sind, dass keinerlei Staubfilter verbaut sind, dass die Kabelverlegung suboptimal ist und auch dass die Kühlleistung auf sehr hohem Niveau liegt. Vergessen wurde allerdings, mal anzugeben, wie breit Steckkarten sein dürfen, damit sie nicht mit dem NT kollidieren, dass die 2. HDD, welche direkt hinter der 1. und somit nicht im Luftstrom des Frontlüfters liegt, eben quasi keine Frischluft abbekommt, dass auch hohe Chipsatzkühler das Einschieben des MoBo-Schlittens verhindern und dass man auch ruhig mal Temperaturen erwähnen darf, wenn man schon die Kühlleistung lobt.

 

Der "Vergleich" ist die Königsdisziplin der Wissenschaften, denn man muss nicht nur zwei Phänomene kennen, sondern sie auch verstehen und miteinander in Relation setzen. Wie es nicht geht, zeigt man bei R3view.de mit dem Scythe Mugen 2, denn hier wird ein absoluter Spitzenkühler mit einem popeligen Boed-Kühler verglichen. Der Mugen ist unter Last (wie auch immer diese erzeugt wird) gerade einmal 7°C stärker als der Boxed, im IDLE-Zustand aber deren 11° - wie kommt sowas denn zustande? PWM ick hör Dir trappsen? Die Maximal-Temp von 52°C unter Last mit dem Boxed-Kühler ist auch lustig, denn diese zeigt, dass eine CPU-Einstellung (VCore nicht mal angegeben) gewählt wurde, die herzlich ungeeignet für einen Test ist.

 

Eine andere Königsdisziplin ist der Test von Mainbaords, denn hier muss sehr viel beachtet werden: Benchmarks schaden nie, die Lüftersteuerung ist immer einen Blick wert, die Einstellungen von Spannungen sowieso und deren Stabilität natürlich erst recht, Stromsparfunktionen müssen gecheckt und natürlich Übertaktungsergebnisse präsentiert werden. Das Aufzeigen von Speicher-Teilern, vor allem wenn ein Board DDR2 und DDR3-RAMs futtern kann, ist auch nicht unwichtig. Greifen die Sicherheitsmaßnahmen bei Überhitzung? Funktioniert der Ruhezustand? Was kann die MoBo-Software und funktioniert sie auch, wie sie soll?
Tja, viele Fragen und all diese stellt Dexgo beim Test des Foxconn P35AP-S NICHT. Da die Basis schon nicht beachtet wurde, fällt es auch nicht weiter ins Gewicht, dass die Chance, mal auf einem System einen Vergleich zwischen DDR2 und DDR3 zu ziehen, nicht genutzt wurde. "Bunte Bildchen statt Infos und Tests" lautet die Devise.

 

MFG IVI, Orthy.de, C2009

 

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