| TCPA - Teil 3 |
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| Geschrieben von: pco |
| Donnerstag, den 23. Januar 2003 um 11:59 Uhr |
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2003 - Das Jahr in dem mein PC Kontakt aufnahm Microsoft gibt seine Palladium-Pläne bekannt und obwohl alles so schön klingt, wer Microsoft kennt, dem läuft es eiskalt den Rücken runter.
1. Aktuelle News Des Palladiums Kern Wie bereits in TCPA-Teil 1 erwähnt, wird Palladium (wir erinnern uns) von Microsoft das System in 2 Hälften Teilen. 2. Wie wirds werden 2.1. Komponenten 1. Der Fritz-Chip Kern von TPM (Trusted Plattform Model) ist der Fritz-Chip, welcher jetzt auf dem Mainboard verlötet, dann irgendwann direkt in die CPU wandern soll. 2. Die CPU Prozessoren von heute haben genug Power um Verschlüsselungsalgorithmen in Echtzeit zu erledigen. Verschlüsselung ist wiederum eine Kernkomponente von TCPA. Die Manifeste werde verschlüsselt abgelegt, das Filesystem verschlüsselt - einfach alles, was Datum ist. Einige Hersteller, allen voran Transmeta, welche den TM5800 bereits produzieren, haben entsprechene Prozessoren schon fertig. Nur wenn er verschlüsseln kann ist ein Prozessor TPM-Tauglich. 3. Die TPM-Hardware Die Hardware muss zertifiziert sein. Dies macht Microsoft im Rahmen von WHQL schon lange. Für eine echte TPM bedeutet das aber, dass Hardware ohne einen zertifizierten Treiber als unsicher gilt und im gesicherten Teil des Betriebsystems (wir kommen noch drauf zu sprechen) wahrscheinlich nicht funktionieren wird. 4. Die Software Micorosft nennt es Palladium, vielleicht wird es TPM auch einmal für Linux geben, denn nicht alles an dem TCPA-Masterplan ist schlecht! Derzeit ist, und das ist das beunruhigende, lediglich der Microsoft-Ansatz in Sicht. Dieser sagt: "Wir halbieren das Betriebsystem in einen sicheren Teil und einen unsicheren!"
Nun schauen wir uns diese (zugegeben recht einfache) Skizze an. Das System wird unterteilt in "gut" (grün) und "schlecht" (orange). Dies auf Softwarebene und auf Hardwareebene. Stopft nun also der User eine neue Hardware in das System, dann bemerkt das als erstes das BIOS. Dieses checkt ab, ob es sich um TPM-Hardware handelt. Ist es keine TPM-Hardware, dann wird das dem Betriebsystem mitgeteilt. Ist es TPM-Hardware wird ein entsprechender TPM-Treiber erforderlich. Ein Treiber ist natürlich auch ein Stück Software, also muss auch er eine Manifest-Datei mitbringen. 3. Was bedeutet... TPM-Hardware ist anfangs nicht anderes als Hardware, welche über einen TPM-Treiber verfügt. Ein TPM-System ist also ein System, welches über ein TPM-Fähiges BIOS, den Fritz-Chip, hardwareseitiger Verschlüsselung und TPM-Hardware verfügt. 4. Vorteile 1. Alles kann verschlüsselt werden! Alles! Sogar die Daten auf dem Bus. Damit ist relative Sicherheit gegeben. 2. Eine beschädigung des Betriebsystems durch böse Programme, seien sie nur schlecht programmiert oder Viren, kann es nicht mehr geben. Denn diese laufen in einem sicheren, gesonderten Bereich! 3. Der Einbau von Hardware wird zum Kinderspiel. Am Anfang muss man noch auf das TCPA-Zeichen achten, später dann wird alles TPM-Konform sein und somit kann man es bedenkenlos reinstöpseln. Ist der Treiber TPM-Zertifiziert, hat eine gültige Manifest-Datei, dann sollte die Hardware unproblematisch sein. 4. Administratoren werden es leicht haben. Fernadministration eines Palladium-Systems ist ein Kinderspiel. Man kann sogar Anwendungen funktionsbeschränken und bei illegalen Daten (bspw. Moorhuhnjagd auf einem Firmenrechner während der Arbeitszeit) diese blokieren. Dabei kommt die Hardwareverschlüsselung einem Wunschtraum der Sicherheitsexperten nach. 6. Das Ende aufwändiger Hardware-Kopierschutze für CDs, DVDs usw. Kein Safedisc verdirbt mir den Spass mehr, weil die Audio-CD partout nicht in meinem Player laufen will. Das Digitale Rechtemanagement eines jeden PCs wird checken, ob die Datei abgespielt oder kopiert werden darf. Dafür muss übrigens nur die CD über eine entsprechende manifest-Datei verfügen und bumms: Kopieren unmöglich. 7. DRM ist das Schlagwort schlechthin. Alles kann geschützt, restrikiert oder geöffnet werden. Alles verschlüsselt, alles sicher. Auch Bankenverkehr, Online-Bestellungen. Der Benutzer muss sich um nichts kümmern. Pin/Tan - Schnee von gestern. HBCI - langweilig. Mittels TPM-Hardware und einem eindeutigen Schlüssel für jeden Nutzer kann nun mit der Bank kommuniziert werden. Absolut unkopierbar und sicher! 5. Nachteile Na, den Zynismus im vorigen Kapitel bemerkt? 1. Alles kann verschlüsselt werden! Windows war eine Schnattertüte, schon immer! Da gingen oft Daten raus, bei welchen man sich dachte: "Was geht das die anderen an?". 2. AntiViren-Software, IDS-Systeme und vieles mehr verlieren ihre Existenzberechtigung. TPM frisst diesen Markt auf. So einiges an heutiger Software wird den Dienst verweigern. 3. Mal eben den neuesten Beta-Treiber von NVidia? Nein! Das geht jetzt nicht mehr. Ab sofort müssen wir sogar aufpassen, dass wir nicht eine Hardware kaufen, welche durch den Treiber in ihrer Funktion zeitlich limitiert wird! 4. Nicht nur Administratoren haben es einfach. Ich persönlich bin gespannt, wie Microsoft Palladium gegen Angreifer absichert. Denn wenn einer eindringen kann, wird der Schaden erheblich grösser sein. 5. Idiotensichere Gestaltung macht trotzdem das Arbeiten komplizierter. Ich glaube auch nicht dass gerade Microsoft es schaffen soll, ein System herzustellen, welches nicht umgangen und zerstört werden kann. Jeder andere, vielleicht, nicht aber Microsoft. Wahrscheinlich werden sehr viel Kompromisse eingegangen. 6. Totale Kontrolle meiner Inhalte! Palladium wird das Abspielen von MP3s erlauben, aber das Erzeugen ist verboten. Ich bin mal gespannt, wie sich Palladium verhält, wenn ich einen geschützten Inhalt in einem ungeschützten Format speichern will! Selbst das Kopieren nicht geschützter Inhalte könnte zum Problem werden. 6. Schluss für heute Ich weiss nicht ob unbewust oder bewust versetzt sich Microsoft dabei immer mehr in die Rolle des Big-Brother. Der grosse Bruder beschützt Winston vor den bösen Geistern in seinen Ängsten. "Big Brother is watching you" ist eine zweideutige Floskel. Zum einen bedeutet es "aufpassen" und beschützen. Zum anderen bedeutet es "beobachten" und bewachen. Der grosse Bruder argumentiert in Orwells Roman mit ersterer Deutung, der Leser jedoch weiss, es ist letzteres. Das einzige, was der grosse Bruder beschützt, ist sich selbst. Genau das und nur das macht TCPA mit dem DRM. Es schützt meine Daten und passt auf sie auf... Das erstaunliche an dieser Parallele ist auch, dass der grosse Bruder im Roman einen Krieg führt, den es gar nicht gibt. Dabei wechseln die Feinde, wie das Wetter, aber der Krieg ist immer der selbe. Opfer sind Zahlen in einer Statistik und natürlich gibt es auf gegnerischer Seite mehr Opfer. Und diese Feinde sind es, die den Wohlstand des Staates gefährden. Orwell wurde übrigens durch den Faschismus und den aufkeimenden Kommunismus zu seiner düsteren Zukunftsvision angeregt ...
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 23. Januar 2003 um 11:59 Uhr |




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