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Es gibt wieder neues und meine Paranoia wächst ins Unermessliche. Im Jahre 2003 wird TCPA seinen Siegeszug antreten.
1. Neueste Meldungen rund um TCPA Transmeta Crusoe - Die Privatsphäre geht, TCPA kommt Transmeta haben es getan. Der nächste Crusoe (TM5800) kommt mit TCPA-konformer Firmware. Die Besonderheit des Crusoe ist die Codemorphing-Software. Der Crusoe ist lediglich ein RISC-Prozessor, alle x86-Befehle werden per Softwareschicht emuliert. Damit ist er recht langsam, verbraucht aber extrem wenig Strom und bleibt kühl. Ideal für den Mobile-Bereich. Entsprechend einfach, per Software-Update, liess sich der Crusoe auf die TCPA-Standards umrüsten. Er unterstützt nun diverse Verschlüsselungsalgorithmen wie DES, DES-X oder Triple-DES, bei Transmeta unter dem Begriff TSX (Transmeta Security Xtension) zusammegefasst. In seiner jetztigen Form bringt TCPA wirklich mehr Datensicherheit für den Anwender, da nun Daten in Echtzeit verschlüsselt und entschlüsselt und so sicherer zB. im Heimnetz verteilt werden können. ... und AMD und Intel machen mit Sowohl Opteron und Athlon 64 von AMD, als auch Banias (Intels neue Mobile-CPU) werden voraussichtlich mit TCPA-Features ausgestattet. Alle haben jedoch eins gemein. Um eine vollwertige TCPA-Plattform zu werden brauchen sie den Onboard-Fritz-Chip. Solange sind sie nur ein TPM (Trusted Plattform Module), also nur ein Teil einer vertrauenswürdigen Plattform. 3d-Center.de schreiben dazu: | ... Ob hier allerdings TCPA mit seiner zentralen Authentifizierung diesbezüglich der Weisheit letzter Schluß sein kann, wäre zu bezweifeln. Was für einen Sinn soll der Schutz eines internen Netzes für ein Unternehmen haben, wenn man dazu den Hard- und Software-Firmen im dümmsten Fall den völlig unbeschränkten und unkontrollierbaren Zugang zu diesem geben muß? Einigen scheint da offenbar noch nicht klar zu sein, was man mit TCPA alles anstellen kann: Beispielsweise ist mit TCPA in der Endausbaustufe (TCPA per Gesetz auf allen Rechnern und im kompletten Internet, in ca. 10-15 Jahren) problemlos möglich, alle Tools, welche den Netzwerk-Datenfluß protokollieren, aus dem Internet und von jedem daran angeschlossenen Rechner automatisch zu entfernen ... | Spinnt man aber den Gedanken weiter und bedenkt, was hinter TCPA noch steckt... Windows hat immer gerne mit Microsoft geschnattert, doch leider konnte man bisher immer alzu leicht nachweisen, was da übertragen wurde. Nun kann die Verbindung verschlüsselt ablaufen. Man merkt also nur noch, dass etwas versendet wurde, nicht mehr was dort versendet wird. Ein Feature also mit zwei Seiten. Paranoia? Sicher, aber bei Microsoft als diejenigen die die Technologie letztendlich umsetzen müssen, hat man auch allen Grund dazu. Linux kann hier aber eine Chance nutzen - denn sie können ihr OS nun noch sicherer machen! Kopierschutz hart ins Gerät integriert - die RIAA ist dafür und keiner ist dagegen "RIAA", der Verband der Musikindustrie in USA und die "Business Software Alliance" sowie das "Computer Systems Policy Project", zwei wichtige Branchenverbände in der US-Amerikanischen Technologiebranche, wollen nun geschlossen für eine Hardwareimplementierung von Kopierschutz auftreten. Das dürfte dann wohl beschlossene Sache sein! Mal schnell eine Kopie der CD-Sammlung fürs Auto, Sicherungskopien sauteurer Software und mal eben das Speichern einer kompletten Systemkonfiguaration auf CD ist dann ebensowenig drin, wie das unberechtigte Verteielen kopiergeschützter Daten. 3. Die 3 Pfeiler der Macht 1. Die Medienindustrie - die Geldgeber Sie will es, sie muss es umsetzen! Ab sofort muss nicht nur die Hardware TCPA-Konform sein, sondern natürlich auch die Medien als kopiergeschützt erkennbar. Was haben die Herren Medienmogule schon versucht. Gelegentlich war ein Kopierschutz so raffiniert, dass nur der an die Inhalte kam, der des Zauberhandwerks mächtig war. Denn der Kopierschutz zerstörte die Inhalte, bzw. den Zugriff auf diese. Und jetzt soll es so einfach sein? 2. Die Hardwareindustrie - die Umsetzer Sie sind das wichtigste Standbein. Nur wenn alle an einem Strang ziehen wird es irgendwann den TCPA-PC geben und damit einen PC auf dem das kopieren von kopiergeschützten Inhalten unmöglich wird. Wie verkauft man das ganze um Gotteswillen als Feature? Ersteinmal muss die Begriffsgebung geändert werden! Kopiergeschützt und kopierschützend (was für ein Wort?) heisst jetzt vertrauenswürdig - trusted! Die Einschränkung der Rechte an einem Medium nennen wir nun "Digital Rights Management". Dann natürlich noch die Frage nach der Verschlüsselung. Den Umstand, dass kein Benutzer, auch nicht der Profi, entschlüsseln kann, was da ungefragt durch die Datennetze gesendet wird (da ja alles verschlüsselt ist) nennt sich nun nicht mehr Spyware sondern "Secure Privacy". Klar - nur der Empfänger kann damit was anfangen. Man kann nun damit auch seine eigenen Daten schützen - natürlich nicht vor dem, der sie erhält. Trotzdem ist es unerlässlich dass alle Hardwarehersteller an einem Strang ziehen! 3. Die Softwareindustrie - Legislative, Judikative und Executive Wie nun aber TCPA umgesetzt wird ist Sache der Software. Microsofts Palladium macht es "genau richtig". Die Software muss schon "sagen", was sein darf und was nicht. Entsprechend wird es ein MS-TCPA-System geben. Der gehörnte wird dabei sicher der Anwender sein - daher heisst das neue Betriebsystem auch "Longhorn". Über TCPA und Longhorn werd ich meinen paranoiden Verstand später sprechen lassen. Wenn also obige Newsmeldungen stimmen, dann muss Longhorn bereits Mitte nächstes Jahr Wirklichkeit werden. Bis dahin gibt es Mediaplayer9 - der macht auch schon einiges! 4. Wie kann man nur so paranoid sein? Wirtschaft ist ein Krieg, der auf dem Felde des Marktes ausgetragen wird. Hier gilt das Recht des Stärkeren. Wer bei TCPA dabei ist, ist stärker! Grosse Allianzen der Hardware- und Softwarehersteller und der Unterhaltungsindustrie stehen hinter TCPA und alle haben nur ein Interesse - Geldverdienen! Wenn sich Feinde im Glauben zusammenschliessen (und die Allianzen und ihre Mitglieder sind durchaus konkurrierend), dann erhoffen sich alle einen Vorteil davon. Bei Softwareindustrie und Medienbranche ist es klar. Natürlich wird ein sicherer Kopierschutz, welcher so fest ins System eingebunden ist, von grossem wirtschaftlichen Nutzen sein, vor allem weil ihn jeder hat! Nehmen wir Longhorn. Das fängt beim Dateisystem an. Es soll das erste Datenbankbasierende Dateisystem sein! Das hat einige Vorteile. Man wird damit nicht mehr arbeiten, wie mit heutigen Dateisystemen, man wird das System "abfragen". Wer verbietet es hier, in die Tabellen ein TCPA-Flag einzubinden welche klar sagt: "Diese Datei darf nicht kopiert werden!" oder "Diese Datei nur 3 Mal kopieren" oder "Diese Datei bei jeder Einwahl Bitweise an Microsoft schicken!". Letzteres ist was für ganz paranoide, nein so etwas wird nicht passieren. Dafür sind alle Transfers verschlüsselt und der Endanwender wird nicht merken, wenn heuristische Daten über sein Surfverhalten durch die Gegend geschickt werden. Was dem Endanwender noch relativ wurst sein kann, ist ein Albtraum für Admins. Admins sollen alles im Griff haben, wissen was auf den ihnen unterstellten PCs passiert. Nur so lässt sich nämlich im Unternehmen Datensicherheit gewährleisten. Nun haben aber "die grossen" das Zepter in die Hand genommen und die Freiheit, jederzeit annähernd unbemerkt Daten zu kopieren. Ein El-Dorado für Industriespionage. Auch hier bald mehr... 4. Und was passiert nun? Wer den ersten Teil des TCPA-Reports gelesen hat, wird diese Meldungen zu deuten wissen. Schon binnen Jahresfrist wird jeder, der sich ein neues Stückchen Hardware kauft TCPA drin haben. Mit Media-Player9 ist bereits Palladium-Software da. Eventuell muss ich meine Jahresdaten in Teil 1 des TCPA-Reports revidieren, denn bereits nächstes Jahr könnte es passieren, dass wir beim Abspielen unseres Geburtstagsvideos gefragt werden: "Sind Sie sicher, dass sie den nicht vertrauenswürdigen Inhalt wiedergeben möchten?" Ich bin halt wirklich mal gespannt, wie die Industrie den Administratoren TCPA schmackhaft machen möchte. Eventuell wird auch die Schere zwischen Business-Workstation und Home-PC wieder weiter auseinander gehen. (pco)2003 |