ein Drehbuch bitte

Die aktuell „auf dem Markt“ erhältlichen early-access-Survival-Spiele haben allesamt ein Problem: keine Story. Somit auch: Kein Ziel für den Spieler, keine Identifikation und keine Langzeitmotivation. Dabei ist es gar nicht soooo schwierig, hier Abhilfe zu schaffen… hier mal am Beispiel „Stranded Deep“.


Ja, idyllisch ist die Inselwelt von Stranded Deep durchaus und spätestens wenn man gerlernt hat, dass Tigerhaie einer Axt nicht viel entgegenzusetzen haben, kann man die Ruhe auf seiner eigenen Insel genießen. Doch schnell kehrt Langeweile ein.

Die aktuelle Version (0.02) ist gut spielbar, natürlich muss noch viel am Balancing (Nahrung, Items, Stacking-System etc.) gefeilt werden, aber im Grunde ist Stranded Deep jetzt schon ein nettes Spielchen für zwischendurch… für 2 bis 3 Stunden zumindest, denn dann hat man die Teile für den Außenbord-Motor zusammen und macht das, was vorher einfach nur laaaaange dauerte, das Insel-Hopping, in einem flotteren Tempo. Leider aber erschöpft sich das Spiel hiermit schon – was aber nicht sein müsste!

Es ist mittlerweile bekannt, dass Lurche, Fischreuse und Harpune im nächsten großen Update kommen sollen, dies hilft dem Spiel aber nicht, denn die Nahrungsversorung ist so und so kein Problem, dieses liegt eher am grundlegenden Content. Wenn es einfach nur darum ginge, so lang wie möglich zu überleben, dann ist eine große, warme Inseltwelt mit ihrer reichhaltigen Flora und Fauna (hmmm, lecker Kokosnüsse) keine Herausforderung. Es muss also ein Ziel her, eine echte Story. Wie wäre es z.B. mit dieser:
– Start: alles wie bisher
– eine Hütte wird mit Funktion versehen, man schläft besser in ihr, kann zudem Nahrung länger lagern, bis diese ungenießbar wird
– Kokosnüsse lassen sich nur mit einem Messer auskratzen / essen (dem Messer kommt hiermit also eine echte Bedeutung zu)
– Kartoffeln wachsen nicht wie Hölle nach, sondern deutlich langsamer
– neues Item in einem Wrack: ein Bolzenschneider
– mit diesem kann man eine Boje losmachen, diese dann auf eine Insel schleppen
– hierfür braucht ein Floß damt Außenborder
– da der Weiße Hai das Losmachen der Boje „dezent stört“, muss ein getöteter Tigerhai als Ablenkungsköder ausgelegt werden, hierfür aber brauch man Harpune (für Looting-Freunde) oder ein größes Floß (für Crafting-Freunde, aus 8 Palmenstämmen (nicht Sticks!) welches den Tigerhai tragen kann)
– nach einer Spiel-Woche kommt ein Sturm auf, am nächsten Morgen findet man einen Koffer am Strand, hierin ist ein Kinderspielzeug-Funkgerät
– dieses muss dann an die Boje gekoppelt werden, um ein SOS-Signal zu senden
– hierfür benötigt man aber Batterien aus Taschenlampen (die sind bisher herzlich nutzlos)
– nach einem Tag kommt dann nachts ein Suchflugzeug entlanggeflogen, welches man via Feuerstelle (Crafting-Freunde) oder Schuss aus der Signalpistole (Looting-Freunde) auf sich aufmerksam machen muss
– tut man dies nicht, ist man verloren
– hat man aber Erfolg, landet am nächsten Morgen ein Wasserflugzeug vor der Insel, es kommt jedoch ein Sturm auf, der das Flugzeug zerstört, alle bis auf dem Co-Piloten werden zudem von Haien gefressen
– man rettet den Co-Piloten, der schwer verletzt ist, versorgt werden muss (Bandagen, Nahrung, Antibiotika) und dem Spieler berichtet, dass er auf Kurs XYZ (man erhölt einen Kompass + eine grobe Karte der Inselwelt) eine große Insel findet, auf der ein altes Militärlager ist
– man muss dort hin, das Satelliten-Telefon besorgen, sich gegen aggressive Tiere zur Wehr setzen, samt Sat-Fon zurück zur Heimat-Insel (lange Reise,  Regen, Nebel, Kompass nötig!) und eine abermalige Rettungs-Abholung initiieren
– dann kommt ein Rettungsboot der Marine und rettet den Spieler samt verletzten Co-Piloten
–> Spielzeit ca. 10 Stunden, gespielte Zeit rund 2 Wochen, fertig

Nur so als Idee…

JS für Orthy.de, C2015

Veröffentlicht von

Marauder

Seit ich geboren wurden, lebe ich. Das kann sich aber ändern, ich bin gespannt, wann ich den Spaghetti-Gott kennenlerne.

Ein Gedanke zu „ein Drehbuch bitte“