Der große HD5770-Kühlerratgeber

Die 5770 ist in vieler Munde und in noch mehr Computern, denn sie vereint DX11, eine gute Leistung und einen geringen Stromverbrauch – es ist also eine „Volkskarte“. Doch wie so immer bei populären Dingen gibt es einige Ärgerlichkeiten zu bestaunen, vor allem wenn man es „kühl und leise“ haben will. Die PCBs der Karten sind unterschiedlich, die Referenzkühler sind laut und schwachbrüstig, eine Unmenge von Alternativkühlern passen nicht – tja, es wird Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Früher, als ich noch klein war … öhm, ok, da gab es noch OnBoard-Chips mit 16KB, ist also ein schlechter Anfang.
OK, 2. Versuch: früher, als ich anfing zu zocken und zu basteln … öhm, da musste man für eine 2MB- Karte über 200 Mark zahlen, ist also auch ein schlechter Anfang.
OK, nun aber: vor über einer Dekade sah eine Voodoo aus wie die andere, eine Riva ebenso und ATI versuchte mit der Xpression die 3D-Welt für sich zu erschließen. Damals herrschte noch Einigkeit in Sachen Kühlung: es gab keine.
Im Laufe der Jahre wurden die GraKas stromhungriger, alsbald folgten kleine Passivkühler, danach ebensolche mit einem nervigen 40mm-Quirl darauf, dann kam irgendwann die GeFöhn FX und schließlich ging es rund: große Kühler, schlechte Kühler, gute Kühler, bunte Kühler, aber alles noch recht übersichtlich. Spätestens aber seit mit NVs Einführung der GTX200er Serie mit dessen NVIO-Kühler wurde es „unangenehm“, denn nun wurde Bastlern bewusst, dass man nicht einfach mehr einen gescheiten Kühler kaufen und draufbauen konnte. Ich habe mich damals schon über das Chaos bei den PCBs geärgert und tue es auch heute wieder, diesmal halt aufgrund des Chaos‘ bei ATIs HD5770.

ATI (es wird dauern, bis ich bereit bin, „AMD“ zu schreiben) und die Kühler – ein lange Geschichte voller Missverständnisse, Irrungen und Wirrungen, das ist bei der HD5770 nicht anders, ja teils sogar noch schlimmer. Die Karte gibt’s aktuell in 3,5 Versionen: das Referenz-Layout, welches gern „Doppeldecker“ genannt wird, die „Stretch“-Version und die Kompaktversion. Alle Versionen haben ihre Vorteile, die ich einfach mal kurz zusammenfassen will:

Doppeldecker: 184 oder 208mm kurz, viele Anschlüsse
Stretch: mehr Platz für den Kühler
Kompakt: 184mm kurz, nur ein Blenden-Slot belegt

Die Vorteile sind eine Sache, die Nachteile aber natürlich eine andere – und keine unwichtige! Bei der Kompaktversion sind es von der Mitte der GPU bis zur Slotblende nur 79mm – das ist nicht wirklich viel! Beim Doppeldecker schaut’s genau so aus, nur dass dieser eben durch den Doppel-DVI-Port noch für Platzprobleme am Slotblenden-Ende bei Kühlern sorgt. Beim „Ei“-Kühler (dem neuen Referenzkühler) wurden daher auch die Kühlrippen gestutzt. So schön eine Stretch-Version auch ist, so geht hierbei die Kompaktheit der 5770 verloren, Besitzer kleinerer Tower freuen sich nicht, wenn ein großer Kühler (z.B. Musashi oder Accelero S1 Rev2) draufgesetzt wird, wird die 30cm-Marke schnell übersprungen. Man hat aber halt satte 12,5 cm Platz zwischen der Mitte der GPU und der Slotblende.

Das nächste Problem besteht im Keep-Out-Area rund um die GPU, denn ATI ist hier recht geizig mit dem Platz, weswegen der Juniper XT in einem Quadrat von 60 x 60 mm sitzt. Der Lochabstand beträgt 43,44 mm, in der diagonalen folglich 61,4 mm. Viele Kühler haben aber eine mächtige Bodenplatte und liegen wegen nahestehender Schwingquarze (ja, die kleinen, nervigen silbernen Kappen) nicht komplett auf der GPU auf. Verbaut man mit trüben Blicke einen Kühler, kann man die GPU ins Chip-Nirwana jagen. Es empfielt sich daher immer ein genauer (!) Blick auf Karte, sei es die eigene oder mit Hilfe von Pics aus dem WWW.

 

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