Yeeehaaa ’11
Es ist leider üblich, dass die Jahrenrückblicke noch vor Jahresende erscheinen, im TV flüssig in HD, mit 800 Hertz und Doppelherz dazu, in Druckwerken schwarz auf weiß. Ebenso “normal” ist es, stets die Katastrophen in den Vordergrund zu rücken, am besten noch mit einem persönlichen Touch. Das wärmt das Herz und lässt nostalgische Gefühle sprießen, wie am Ende dann aber der Bogen Richtung einer hoffnungsvollen Zukunft geschlagen werden soll, bleibt offen. Dabei hat das Jahr 2011 doch so wahnsinnig viel Tolles gebracht, es war ein unglaublich gutes Jahr – für alle und jeden und überhaupt!
Was dem “Führer” einst nicht gelang, auch nicht mit dem Volksempfänger, schafft der öffentlich-rechtliche Rundfunk spielerisch. Die Domninanz und Omnipräsenz, daherkommend im wohlig-gruseligen Mantel der Dokumentation, des irren Österreichers ist wie ein schwerer Verkehrsunfall: Man weiß, was passiert ist, kennt die Bilder, doch wegschauen kann man nicht. Allabendlich und -nächtlich flimmert eine Doku über den Schirm, was soweit ja wirklich nicht schlecht ist, doch mal eine ohne A.H. zu sehen, kommt einem Sechser im Lotto gleich.
Wenn Sie nicht genug davon besitzen, haben Sie ein Problem. Wenn Sie über viel davon verfügen, haben Sie auch ein Problem. Wenn Sie sagen, Sie hätten genügend davon, lügen Sie sich selbst an. Wenn Sie glauben, es gäbe genug davon auf der Welt, liegen Sie falsch. Wenn Sie denken, die Welt würde ohne nicht funktionieren, haben Sie auf eine äußerst perverse Art und Weise recht.
Großes Aufatmen in ganz Deutschland, bei rund 900.000 Arbeitern herrscht nun sogar echte Partystimmung, denn pünktlich zu Weihnachten gibt es eine ganz großes Geschenk: Eine massive, nie dagewesene, mehr als ausreichende Lohnerhöhung für Leiharbeiter, gesetztlich festgelegt und schon ab 1. Januar 2012 gültig. Der Wirtschaftsboom kommt nun also endlich auch bei denen an, die dafür so hart arbeiten mussten, dankbar sollten wir allen Ursula von der Leyen sein, denn Frau Aufrechtigkeit und Engagement war die treibende Kraft.
NVidias Eisen in der Mittelklasse, die GTX560, ist ein echt heißes, doch nicht im Sinne der Temperatur. Der GF114-Chip ist sparsam beim Nichtstun und auch unter Last kein Hitzkopf, natürlich aber nur solange ein gescheiter Kühler draufsitzt. Da nun endlich auch im größeren Stile die GraKa-Hersteller kappieren, dass die Referenzkühler der Chiphersteller eine Zumutung sind, wird fröhlich an diversen Alternativen gebastelt und siehe da: es kann sogar etwas Gutes dabei herauskommen. Doch zum vollen Lobe fehlt noch immer ein Schritt. Traurig hierbei ist, dass es ein gerade lächerlich simpler ist.